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Im Kino: "Der Mann, der niemals lebte"

Vergangene Woche ist Ridley Scotts neuester Streich "Der Mann, der niemals lebte" in den deutschen Kinos gestartet. Worum geht es da? In einfachen Worten: CIA-Agenten, Spione, Terroristen und den Nahen Osten. Natürlich bietet der Film noch mehr, nämlich politische Brisanz, zwei der besten Schauspieler der Gegenwart und einen Regisseur, der noch vor keinem Stoff zurückgeschreckt ist.

In "Der Mann, der niemals lebte" spielt Leonardo DiCaprio den Top-Agenten Roger Ferris, einen der besten CIA-Männer überhaupt. Seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten haben ihm schon mehrfach das Leben gerettet, aber sein aktueller Auftrag scheint mit mehr Gefahren denn je verbunden zu sein. In Jordanien soll sich Ferris in ein gefährliches Terrornetzwerk schleusen, um deren globale Bombenteppiche zu stoppen. Sein Verbindungsmann ist der drahtziehende Ed Hoffmann (Russel Crowe), der von zu Hause aus die manipulativen Pläne strickt, mit denen die CIA gegen den Terror kämpft.

Die brangefährliche Situation verlangt von Ferris, ein Netz aus Lügen zu spinnen, das seinen Vorgesetzen Hoffman ebenso betrifft wie seinen Kontaktmann aus dem jordanischen Geheimdienst. Zudem muss er selbst an der Loyalität der vermeintlich Verbündeten zweifeln und sein Kopf gerät mehr und mehr in die Schlinge.

Trailer zu Ridley Scotts "Der Mann, der niemals lebte"

Die Stärken von "Der Mann, der niemals lebte" gehen mit seinen Schwächen einher. Traurig ist z.B., dass die beiden Darsteller Russel Crowe und Leonardo DiCaprio kaum aufeinander treffen. Die Wendungen und der doppelte Boden sind überraschend, verwirren aber bisweilen auch und nehmen das Tempo aus dem Film. Die amerikanischen Kritiker machen es ebenso wie das Publikum nicht einfach für die politischen Thriller der neuen Generation. Filme wie "Syriana" und "Der ewige Gärtner" aber haben sich aber an dem Gemecker von Über- und Unterpolitisierung vorbeigemogelt zu Kassen- und Oscarerfolg. Ridley Scotts "Der Mann, der niemals lebte" gesellt sich da zumindest bisher eher zu den jüngeren Misserfolgen wie "Operation: Kingdom" oder "Von Löwen und Lämmern". Obwohl Scott es beachtlicherweise schaffte mit "nur" 70 Millionen Dollar einen derart gut besetzten, handwerklich ausgereiften und visuell ansprechenden Film zu drehen, stolpert er über seine Erzählschwächen und konnte bisher in den USA gerade mal die Hälfte wieder einspielen.

Interessant ist der Film dennoch, da er konsquent das Credo "Vertraue niemandem!" bis zum Ende durchzieht und packend den Glanz vom amerikanischen Anti-Terror-Kampf abschüttelt. Interessant ist auch die Besetzung. Viermal drehte Ridley Scott bereits mit Russel Crowe, u.a. dessen Oscar-Performance aus "Gladiator" (2000). Für die Rolle des rücksichtslosen Taktikers im Agenten-Thriller nahm Crowe sogar 25 Kilo zu und die fünfte Zusammenarbeit folgt im kommenden Jahr mit der Robin-Hood-Neuauflage "Nottingham". DiCaprio hat hingegen noch nie mit Scott gearbeitet, zeigt aber unter ihm eine gewohnt starke Leistung, beide sind außerdem 3-fach Oscar-nominiert und warten noch immer auf den ersten Erfolg. Vielleicht kann "Der Mann, der niemals lebte" ja trotz fehlender Durchschlagskraft an den Kinokassen im Februar auf ein paar Awards hoffen, einen Kinobesuch ist er jedenfalls wert.

Quelle: Kino.de, Welt Online, imdb.com
Bild: WarnerBros

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