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Im Kino: 'Das Leben ist zu lang' und 'Ich & Orson Welles'

Egozentrische Regisseure, Schaffenskrisen und eine ordentliche Portion Humor, diese Zutaten sind den beiden Kinotipps zum 26. August gemein. In Dani Levys neuer Komödie 'Das Leben ist zu lang' versinkt ein verzweifelter Regisseur im Chaos, in 'Ich & Orson Welles' muss sich Zac Efron mit einem Großen seines Fachs herumschlagen.

Der jüdische Regisseur Alfi Seliger (Markus Hering) aus 'Das Leben ist zu lang' hat seine erfolgreichsten Zeiten scheinbar hinter sich, will aber mit einer Komödie über die Mohammed-Karikaturen zurück auf die große Leinwand. Zu seiner Schaffenskrise kommen aber auch noch die Auseinandersetzungen mit seiner egozentrischen Mutter (Elke Sommer), seiner pubertierenden Tochter (Hannah Levy) und seiner vernachlässigten Frau (Meret Becker). Ein Selbstmordversuch soll die Lösung sein, den überlebt Alfi allerdings und nichts scheint danach wie vorher zu sein.

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Nach den überaus erfolgreichen 'Alles auf Zucker' und 'Mein Führer' kann Dani Levys neuester Film als Hommage an verschiedene Größen der Kinogeschichte verstanden werden. Die Verschachtelung der Geschichte als 'Film im Film' erinnert an Pedro Almodovar, der Humor und die Figurenentwicklung gehen stark in Richtung Woody Allen. In jedem Fall persifliert 'Das Leben ist zu lang' auf humorvolle und auch ernste Weise das Filmgeschäft und bietet allein wegen des namhaften Casts mit Darstellern wie Heino Ferch, Veronica Ferres, Yvonne Catterfeld und Justus von Dohnanyi knapp eineinhalb Stunden solide Unterhaltung.

Der Schüler Richard (Zac Efron) aus 'Ich & Orsen Welles' träumt von einer Karriere am Broadway und scheint diesem Traum tatsächlich näherzukommen, als er vom großen Orson Welles (Christian McKay) für das Stück 'Julius Caesar' engagiert wird. Schnell wird ihm aber auch klar, dass die Bühne auch ihre Schattenseiten hat: Bei Welles liegen Genie und Wahnsinn nah beieinander und als sich Richard für die Regieassistentin Sonja (Claire Danes) interessiert kommt es zum Duell mit dem herrischen Regisseur.

- Hier gehts zum Trailer von 'Ich & Orson Welles'

Als eine von Amerikas Indie-Ikonen konzentriert sich Richard Linklater (u.a. 'School of Rock', 2003) wie immer auf die Figuren und die Geschichte, ohne, dass man 'Ich & Orson Welles' sein niedriges Budget ansieht. Die fiktive Story um den jungen Richard bettet sich unterhaltsam und glaubwürdig in die legendäre Entstehungsgeschichte eines der berühmtesten amerikanischen Theaterstücke ein. Besonders erfreulich sind außerdem die Darstellerleistungen in der Tragikomödie: Während Claire Danes gewohnt stark auftritt zeigt Teenie-Schwarm Zac Efron mehr Talent als je zuvor, Christian McKay spielt als Orson Welles allerdings alle an die Wand.

Die Kinotipps zum 26. August bieten ebenso witzige wie ernste Einblicke in die Welt von Film und Theater. Die deutsche Komödie 'Das Leben ist zu lang' bewegt sich mit ihrem dunklem Humor relativ schnell weg von der Realität, 'Ich & Orson Welles' hingegen wandert wahnwitzig und nah an der tatsächlichen Vorlage aus dem Jahr 1937.

Bild: www.daslebenistzulang.x-verleih.de, www.ich-und- orson-welles.de

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