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Im Kino: 'Das Labyrinth der Wörter' und 'Howl - Das Geheul'

Schon wieder ist Gerard Depardieu in den deutschen Kinos zu sehen, in 'Das Labyrinth der Wörter' spielt er einen alternden Analphabeten, der seine Leidenschaft zur Literatur entdeckt. Außerdem startet 'Howl - Das Geheul', worin ein abermals überragender James Franco den legendären Schriftsteller Allan Ginsberg verkörpert.

Germain (Gerard Depardieu) aus 'Das Labyrinth der Wörter' ist um die 50 Jahre alt, hat aber niemals Lesen und Schreiben gelernt. Generell ist Germaine ein wenig vom Leben gebeutelt, er lernte seinen Vater niemals kennen und in der Schule war er meist Ziel von Gespött. Inzwischen ist aus ihm ein einfach gestrickter Naivling geworden, der sein Geld mit Gelegenheitsjobs verdient und außer zu seiner jungen Freundin und seiner lieblosen Mutter kaum Kontakte pflegt.

- Hier gehts zum Trailer von 'Das Labyrinth der Wörter'

Bei einem Spaziergang im Park kommt es eines Tages zu einer folgenreichen Begegnung, Germain trifft auf die über 90-Jährige Margueritte (Giséle Casadesus), die sich dorthin gern zum Lesen zurückzieht. Die beiden lernen sich kennen und sind sich bald sehr vertraut. Die alte Dame liest Germain aus Romanen vor, wodurch er seine Liebe zur Literatur entdeckt. Aber Margueritte ist dabei, ihr Augenlicht zu verlieren, so dass sich Germain verpflichtet fühlt, bald für sie vorlesen zu müssen.

Der französische Regisseur Jean Becker zeichnet mit 'Das Labyrinth der Wörter' eine imposante Entwicklung nach: Ein erwachsener Mann will das Lesen lernen und bekommt so einen völlig neuen Blick auf seine Kindheit und Jugend. Beeindruckend ist, dass die Literatur-Verfilmung vordergründig eine Komödie ist und dass ihr der tragische Unterton nichts anzuhaben scheint. In diesem Zusammenhang ist das überragende Darstellerpaar aus der 96-jährigen Giséle Casadesus und dem überaus gut beschäftigen Gerard Depardieu hervorzuheben, so sieht französisches Kino in Bestform aus.

In 'Howl - Das Geheul' geht es um den Schriftsteller Allan Ginsberg (James Franco) , der mit dem Titel gebenden Gedicht 1955 zum Mitbegründer der Beat Generation wurde. Der anstößige Stoff löste allerdings einen literarischen Skandal aus, so dass sich Autor und Verleger seinerzeit vor der amerikanischen Justiz rechtfertigen mussten. Die Regisseure Rob Epstein und Jeffrey Friedman gewannen mit Dokumentationen fast alle denkbaren Preise, der realitätsnahe Stil mit Interviews als narratives Mittel ist auch in 'Howl' deutlich erkennbar. Dazu liefert James Franco erneut eine atemberaubende Leistung ab, die seine Ausnahmeposition als einer der vielseitigsten Darsteller seiner Generation rechtfertigt. Neben ihm sind mit Mary-Louise Parker, Jeff Daniels und Jon Hamm noch viele weitere namhafte Gesichter in dieser dokumentarischen Parabel um Kunst- und Meinungsfreiheit zu sehen.

- Hier gehts zum Trailer von 'Howl - Das Geheul'

Große Literatur ist wohl das übergeordnete Thema der heutigen Kino-Tipps. Während 'Howl - Das Geheul' eher der Historie und den Auswirkungen einer ganz bestimmten Bewegung nachspürt, zeigt die französische Tragikkomödie 'Das Labyrinth der Wörter' eher die unverselle Liebe zum geschriebenen Wort.

Bild: www.labyrinth-derfilm.de, howlthemovie.com

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