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Im Kino: 'Blue Valentine'

Am Donnerstag startet das Liebes-Drama 'Blue Valentine' in den deutschen Kinos. Wie es sich für einen guten Indie-Streifen gehört kommt der Film mit leichter Verspätung auf unsere Leinwände, gelohnt hat sich die Wartezeit auf jeden Fall.

Er packte Möbel in einem Altersheim, sie besuchte ihre Großmutter. Die Geschichte von Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) fängt wie so viele als zarte Romanze an. Allerdings entwickelt sich eine ernste Beziehung daraus, aus der auch schließlich Tochter Frankie (Faith Wladyka) hervorgeht. 'Blue Valentine' zeigt aber nicht die chronologische Geschichte vom ersten Funken bis zur kleinen Familie, sondern springt zwischen den Zeitebenen und erzählt somit mehr als eine Love-Story.

- Hier gehts zum Trailer von 'Blue Valentine'

In der Gegenwart stehen Cindy und Dean nämlich längst am Ende ihrer Beziehung. Sie stört sich an den fehlenden Ambitionen des liebenden Vaters, er hat im Gegenzug seine Probleme mit ihr. Über die Jahre wechseln die Szenarien zwischen heftiger Liebe und Streit bishin zu gegenseitiger Verachtung. Die Dokumentation dieser Zeit lässt nur erahnen, an welcher Stelle man etwas hätte ändern können oder ob es sich einfach nur um ein notwendiges Beziehungsende handelt.

Das beim Sundance Festival uraufgeführte Drama 'Blue Valentine' hat zunächst mal zwei schlagende und einfach zu benennende Argumente: Michelle Williams und Ryan Gosling. Beide zählen nicht nur zu den gefragtesten Darstellern ihrer Generation, sondern spielen sich speziell hier auch die Seele aus dem Leib. Die Schauspieler haben zur Vorbereitung auf den Film sogar eine Weile zusammengewohnt und das Leben einer kleinen Familie imitiert. Der Aufwand hat sich gelohnt, zum überschwenglichen Kritikerlob für beide kam u.a. sogar eine Oscar-Nominierung für Michelle Williams.

Regisseur Derek Cianfrance hat 1998 ordentlich Lorbeeren für dein Indie-Debüt 'Brother Tied' erhalten und seitdem tatsächlich nur Kurzfilme und TV-Dokumentationen gedreht. Nun kehrt er zurück mit einem radikal inszenierten, auch fast schon dokumentarischen Liebesdrama, das sich einfach nur echt anfühlt. So sehen Beziehungen aus und so sieht auch das traurige Ende einer Beziehung aus. Der Blick für Feinheiten und Details unterstreicht 'Blue Valentine' genauso wie die stimmige, meist zur Situation passenden Bebilderung. Der passende Soundtrack der Gruppe Grizzly Bear macht den Film schließlich zum vielleicht sehenswertesten Indie-Streifen des Jahres.

Achtung, dies ist kein Feel-Good-Movie! Dennoch, allein schon wegen der starken Schauspielleistungen und der Originalität ist der morgen startende 'Blue Valentine' eigentlich jedem zu empfehlen.

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