Excite

Im Kino: 'I Killed my Mother' und 'Mein Glück'

Das skurrile Drama 'I Killed my Mother' sorgte schon 2009 in Cannes für Furore, nun startet es in den deutschen Kinos. Nicht weniger abstrus geht es in der internationalen Produktion 'Mein Glück' zu, in der ein Fernfahrer eine echte Odysee erlebt.

Der 17-jährige Hubert (Xavier Dolan) aus 'I Killed my Mother' lebt im kanadischen Montreal und schlägt sich mit Alltags- und Pubertätsproblemen herum, vor allem aber mit seiner Mutter (Anne Dorval). Er nervt sie und sie nervt ihn, wenn sie mit ihm reden will, dann hat er keine Lust und wenn sie ihre Ruhe haben will, dann geht er ihr auf den Geist. Hubert gibt zu, er hasst seine Mutter, er hasst sie sogar so sehr, dass er anderen erzählt, sie sei gestorben.

- Hier gehts zum Trailer von 'I Killed My Mother'

Ein weiteres Problem ist Huberts Homosexualität. Der Jugendliche hat sein Outing noch nicht hinter sich, so dass auch seine Mutter nichts von seinem Freund Antonin (Francois Arnaud) weiß. Als sie über dessen Mutter von der Beziehung erfährt ist sie geschockt und willigt zunächst ein, dass Hubert sich eine eigene Wohnung nehmen darf. Wenig später ändert sie jedoch ihre Meinung und will ihn auf ein Internat schicken.

Schon im Jahr 2009 sorgte 'I Killed my Mother' für große Begeisterung in Cannes und gewann drei Preise an der Cote d'Azur. Das Besondere an der Indie-Produktion ist, dass Xavier Dolan mit gerade ein mal 21 Jahren das Drehbuch schrieb, die Regie übernahm sowie die Hauptrolle spielte. Somit ist das Drama mehr als eine Coming-of-Age-Story mit Arthouse-Anleihen, sondern eher eine authentische Autobiografie, wie der junge Filmemacher bereits einräumte. Intensiv gespielt, schonungslos ehrlich und mit überraschend reifen Bildern dürfte 'I Killed my Mother' nun also auch in Deutschland Fans anspruchsvoller Unterhaltung in seinen Bann ziehen.

Eine Spur skurriler noch wird es in 'Mein Glück', der internationalen Koproduktion des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa. Hier geht es um den Fernfahrer Georgy (Viktor Nemets), der sich im russischen Nichts verfährt und anschließend in eine Gewaltspirale aus Polizisten, Kriminellen, Zigeunern und Prostutuierten gerät. Das eigenwillige Drama scheint eine Mischung aus Chaos-Theorie und düsteren Ansichten über Osteuropa zu sein, nach zahlreichen Dokumentationen gibt Loznitsa hier sein Spielfilmdebüt.

- Hier gehts zum Trailer von 'Mein Glück'

Normal ist langweilig, daher wehen die Dramen 'I Killed my Mother' und 'Mein Glück' mit Kuriositäten dem Mainstream der deutschen Kinos etwas Wind entgegen.

Bild: www.i-killed-my-mother.de, www.myjoy-movie.com

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017