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Guantanamo: Musiker setzen sich für Schließung ein

Weil im US-Gefangenenlager Guantanamo Musik von vielen bekannten US-Künstlern und Bands eingesetzt wird, um die Häftlinge gefügig zu machen, schlossen sich verschiedene Musiker nun der National Campaign to close Guantanamo an. Viele Künstler sind bestürzt darüber, dass ihre Musik zu Folterzwecken eingesetzt wird.

Seit Dienstag gibt es die National Campaign to close Guantanamo, mit der die Musiker US-Präsident Barrack Obama dazu bewegen wollen, das Gefangenenlager zu schließen. So, wie es Obama eigentlich schon lange vor hat. Die Liste der Unterstützer ist lang: R.E.M., Pearl Jam, Billy Bragg, Rage against the Machine, Nine Inch Nails und viele mehr engagieren sich.

Schon länger ist bekannt, dass die US-Behörden Musik jedweder Richtung einsetzen, um die Gefangenen in Guantanamo gefügig zu machen, oder gar zu foltern. In der Playlist befinden sich harte Stücke von AC/DC oder Marilyn Manson, aber auch viel softes Zeug, wie etwa von den Bee Gees, R.E.M. oder Britney Spears. Besonders Trent Reznor von den Nine Inch Nails ist aufgebracht, dass deren "March of the Pigs" zu den Folter-Titeln gehört.

Die Regierung habe eine Jukebox in ein Folterinstrument verwandelt, sagt Thomas Blanton vom Forschungsinstitut National Security Archive. Michael Stipe von der US-Band R.E.M. meint, dass es erschreckend sei, "dass die Musik von unseren Freunden als Teil von Folter-Taktiken ohne deren Wissen eingesetzt wird." Doch die Musikfolter gibt es wohl nicht nur in Guantanamo. Jayne Huckerby vom New Yorker Zentrum für Menschenrechte sagt, dass auch in CIA-Gefängnissen Musik eingesetzt wird: "Musik oder weißes Rauschen soll Geräusche verschleiern oder Kommunikation unter Gefangenen verhindern." Deswegen schlossen sich nun viele amerikanische Musiker einer Initiative zur Schließung von Guantanamo an.

Bild: R.E.M. Homepage, YouTube, Simple Thoughts

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