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"Grace Is Gone" und "Couscous mit Fisch" - Kino am 28. August

James C. Strouses "Grace Is Gone" und Abdel Kechiches "Couscous mit Fisch" sind die Kinostarts der letzten Augustwoche. Aber vorsicht, die beiden Dramen strapazieren die Tränendrüse ganz schön. Liebhaber von sentimentalem Kino kommen hier voll auf ihre Kosten, ob sie wollen oder nicht.

Den Anfang macht das US-Drama "Grace Is Gone". Hier wird vom amerikanischen Durchschnittstypen Stan Philipps (John Cusack) erzählt. Er führt in Minnesota ein kleines Geschäft und kümmert sich um seine beiden Töchter Dawn (Gracie Bednarczyk) und Heidi (Shélan O´Keefe), während seine Frau Grace im Irak-Krieg dient. Es passiert das Unausweichliche: Grace stirbt im Gefecht. Stan ist am Boden zerstört, doch bringt es nicht fertig, seine Kinder über den Verlust ihrer Mutter zu unterrichten. Stattdessen tritt mit den beiden eine Reise zum Lieblingsort seiner Frau nach Florida an. Der Trip bringt die drei näher zusammen, als sie es vermutet hätten.

Trailer zum US-Drama "Grace Is Gone" mit John Cusack

Der Schmerz des Verlustes, die Wut über den Irak-Krieg und der angeschlagene amerikanische Glaube sind die geballten Themen von "Grace Is Gone". John Cusack überzeugt eigentlich immer. Hier verkörpert er grandios den gebrochenen Mann, dessen Verzweiflung noch wächst dadurch, dass er eine Lüge mit auf Reisen nimmt. Der Film geht in den Kopf hinein und bleibt da, was nicht zuletzt auch am großartigen Soundtrack liegt, den der vierfache Oscar-Preisträger Clint Eastwood beisteuerte.

Das französische Drama "Couscous mit Fisch" ist nur allzu authentisch. Der Hafenarbeiter Slimani (Habib Boufares) ist 60 Jahre alt, muss aber genauso ackern wie vor 30 Jahren. Finanziell wird es Monat für Monat eng, eine Scheidung hat er bereits hinter sich und das Verhältnis zu seinen Kindern war auch schon besser. Seit Jahrzehnten ist die arabische Einwandererfamilie bereits in Südfrankreich, eine Heimat ist die Hafenstadt Séte für Slimani trotzdem nicht geworden. Er fühlt sich außerdem als Verlierer, weil er seinen großen Traum vom eigenen Restaurant nie erfüllen konnte, bis sich die Familie zusammenpackt und das Projekt doch angeht.

Trailer zur fränzösischen Einwanderer-Story "Couscous mit Fisch"

Der in Tunesien geborene Abdel Kechiche erzählt eine kleine aber ebenso kraftvolle Geschichte übers Träumen und Scheitern in Frankreich. Ausgehend von der tragischen und abgearbeiteten Figur des Slimane kommen zerrissene Migranten-Identitäten und stark gespieltes Alltagsleben zusammen. Gerade dieser ganz tiefe Blick in die zerstrittene Familie macht aus "Couscous mit Fisch" das anrührende Drama, das in Frankreich über 800.000 Menschen in die Kinos zog und Regisseur Kechiche gleich drei Césars einbrachte.

Zwei kleine Filme, die mit Auszeichnungen überhäuft wurden und nun endlich auch auf den deutschen Leinwände starten. "Grace Is Gone" und "Couscous mit Fisch" sind die besten Gründe, den August mit mindestens einem Kinobesuch ausklingen zu lassen.

Quelle: Kino.de, imdb.com
Bild: GraceIsGone-TheMovie, Couscous-mit-Fisch

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