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Georgien: Panik nach angeblichem Einmarsch der Russen

Für Panik in der georgischen Bevölkerung sorgte ein fingierter TV-Bericht des Nachrichtensenders imedi über eine angebliche russische Invasion in Georgien. Schon 2008 marschierten die Russen in den kleinen Staat ein. Viele Georgier befürchteten, dass dies wieder passiert. Die Folge waren zahllose Notrufe, Ohnmachtsanfälle und Herzinfarkte.

Russische Panzer seien auf dem Weg in die georgische Hauptstadt Tiflis, russische Flugzeuge hätten Häfen und Flughäfen bombardiert, hieß in dem TV-Bericht. Präsident Mikhail Saakaschwili sei getötet worden, viele georgische Oppositionsführer seien auf die russische Seite gewechselt. Nur am Anfang wurde laut Welt online kurz eingeblendet, dass der Bericht eine Simulation sei. Da viele Georgier das nicht mitbekommen haben, nahmen sie das Szenario für bare Münze. Medienberichten zufolge gingen daraufhin eine Rekordzahl von Notrufen bei den Rettungsdiensten ein.

Nun steht der TV-Sender imedi in der Kritik. Der entschuldigte sich nun für den Bericht. Allerdings erst, nachdem viele Georgier gegen die Sendeanstalt protestierten. Auch der georgische Staatspräsident Saakaschwili gerät in die Schusslinie. Der TV-Sender imedi wird von einem Verbündeten des Präsidenten betrieben. Deswegen sei sich laut Welt online die Opposition sicher, dass der Bericht mit Saakaschwili abgestimmt sei. Der sagte nur: 'Das war in der Tat eine unerfreuliche Sendung. Aber das wichigste ist, dass der Bericht sehr nah an dem dran war, was passieren könnte.'

Vor allem die politischen Gegner Saakaschwilis kommen in dem fiktiven Kriegsbericht schlecht weg. Oppositionsführerin Nino Burdschanadse gehöre laut Bericht zu den Politikern, die auf die russische Seite gewechselt seien. 'Jedes Wort über mich war böse Verleumdung', sagte sie und kündigte juristische Schritte gegen TV-Sender und Regierung an. Saakaschwili sagte daraufhin, dass der fingierte TV-Bericht auf keinen Fall die Würde der Oppositionsführerin verletzten sollte. Er kritisierte aber sofort ein wahrhaftiges Treffen Burdschanadses mit russischen Regierungsvertretern. 'Wer die Hände derjenigen schüttelt, die georgisches Blut tragen, der wird nie respektiert.'

Der russische Botschafter kritisierte Staatspräsident Saakaschwili massiv: 'Mit Lügen und Provokationen spielt Saakaschwili die georgischen und russischen Völker weiter gegeneinander aus', sagte Dmitri Rogosin der Nachrichtenagentur Interfax. 'Er ist ein kranker und gefährlicher Mann, seine Taten sind kriminell.' Es scheint sicher zu sein, dass dieser fingierte TV-Bericht über eine russische Invasion in Georgien den Graben zwischen beiden Staaten noch tiefer hat werden lassen.

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