Excite

"Frost/Nixon" und "Glaubensfrage" - Kino am 5. Februar

Den deutschen Kinozuschauern präsentieren sich mit "Frost/Nixon" und "Glaubensfrage" immer mehr der Oscarfavoriten, die am 22. Februar in Los Angeles auf Preise hoffen. Bei beiden Filmen handelt es sich um Dramen im Spannungsfeld moralischer Fragestellungen, beide basieren außerdem auf preisgekrönten Theaterstücken und beide glänzen vor allem durch die hervorragend aufspielenden Darsteller. Die Starts zum 5. Februar geben sich also ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der deutschen Kinobesucher und der Academy.

Das biografische Drama "Frost/Nixon" bring den Zuschauer zurück in die USA im Jahr 1977. Drei Jahre nach dem Watergate-Skandal hat sich der ehemalige Präsident Richard Nixon (Frank Langella) noch immer nicht zu dem Vorfall geäußert. Der junge britische Talkmaster David Frost (Michael Sheen) steht gerade an einem schwierigen Punkt und fürchtet um sein Weiterkommen. Da kommt ihm der Einfall, Nixon zu einem TV- Gepräch aufzufordern. Der sagt eigentlich nur zu, da er sich sicher ist, mit Leichtigkeit gegen den unbekannten Moderator zu bestehen. Die TV-Sender interessieren sich aus demselbemn Grund nicht für das Interview und der starke Redner Nixon startet selbstbewusst in die Gespräche. Schnell aber wird klar, dass Frost mehr als nur gut vorbereitet ist und dem ehemaligen Staatsoberhaupt mehr entlocken wird, als das amerikanische Volk erwartet.

Trailer zu Frost/Nixon

Das hochgelobte Stück springt kammerspielartig und dennoch hochspannend von der Bühne auf die Leinwand. Regisseur Ron Howard ("A Beatiful Mind", 2001) inszeniert ein hässliches Stück amerikanische Geschichte auf packende Weise. Dank des großartigen Drehbuchs ist aus politischem Zeitgeschehen ein Duell geworden, das nicht mal wirklich politische Vorbildung braucht. Frank Langella ist in dieser virtuosen Darstellerriege das Sahnehäubchen als selbstsicherer und doch fallender Richard Nixon, zusammen mit Michael Sheen spielte er auch schon das Broadway-Stück. "Frost/Nixon" geht mit fünf Nominierungen ins Oscar-Rennen, darunter Langella als bester Hauptdarsteller, Ron Howards Regie sowie die Auszeichnungen für das beste Drehbuch und den besten Film.

Das Drama "Glaubensfrage" geht noch ein paar Jahre weiter zurück. Auch in den konservativsten Ecken Amerikas ist 1964 das liberale Denken zu spüren. Der Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman) gehört an seiner katholischen Schule zu den progressiv Denkenden und wird von der strengen Schwester Aloysius Beauvier (Mery Streep) deshalb als Revolutionär verteufelt. Aus einer uneindeutigen Beobachtung der Schwester James (Amy Adams) startet Beauvier eine Hetzkampagne gegen Flynn. Der muss gegen den Vorwurf der Pädophilie nicht nur seinen Beruf behaupten, sondern auch seine Integrität.

Trailer zum Drama "Glaubensfrage"

Gerechtigkeit, Strafe und Wahrheit sind die großen Themenkomplexe, die "Glaubensfrage" mit unbarmherziger Spannung umkreist. Oscar- Gewinner John Patrick Shanley adaptierte und inszenierte sein eigenes preisgekröntes Bühnenstück als energische Suche nach Tatsachen und nahezu brutales Amerikabild der 60er-Jahre. Noch stärker als bei "Frost/Nixon" liegt hier der Fokus auf den nervenzerreißenden Dialogen und den genialen Schauspielerleistungen. "Glaubensfrage" kann sich daher ebenso über fünf Nominierungen freuen, mit dabei sind Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman und John Patrick Shanley für sein Drehbuch.

Bei den Kinotipps zum 5. Februar treffen also großartige Drehbücher auf ebenso fantastische Schauspieler. "Frost/Nixon" und "Glaubensfrage" sind gleichermaßen auf der Suche nach der Wahrheit und qualifizieren sich daher beide als Dramen von zeitloser Relevanz.

Quelle: imdb.com
Bild: Universal, Glaubensfrage-DerFilm.de

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017