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Fotoausstellung in Paris sorgt für Kontroverse

In Paris löst derzeit eine Fotoausstellung große Debatten aus, die sich mit der Besatzungszeit der Deutschen in Frankreich beschäftigt. Die französische Öffentlichkeit ist gespalten wie fasziniert.

Hintergrund: Der französische Fotograf Ándre Zucca arbeitete während der Besatzung durch die Nationalsozialisten für die Deutschen. Im Auftrag der Nazi-Propagandamaschine sollte er den neuen Alltag in Paris unter der Besatzungsmacht zum Ausdruck bringen.

Allerdings sollte alles darauf ausgelegt sein, ein idyllisch verklärtes Bild der friedlichen Besatzer zu malen. Alles sollte so aussehen, als würden Franzosen und Deutsche friedlich und glücklich miteinander leben, ja als hätten die Franzosen nur auf die Deutschen gewartet.

Die Fotos zeigen hübsche junge Frauen, chic gekleidet, vergnügt nahe den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Kein Wort von Unterdrückung, Vertreibung oder dem Mord an französischen Juden...

Was zu Beginn der Ausstellung besonders auf Kritik stieß, war das Fehlen jeglichen Kommentars. Dem uninformierten Besucher würden keine Informationen angeboten, die den Fotografen Ándre Zucca in den Kontext zu den Nationalsozialisten stellten.

Nachdem viele Personen der Pariser Öffentlichkeit die sofortige Schließung der Ausstellung forderten, sah sich der Bürgermeister gezwungen ein Machtwort zu sprechen. Um die bislang sehr erfolgreiche Ausstellung zu retten, veranlasste er die Kuratoren nun dazu jeden Besucher mit Handzetteln zu versehen, auf denen die Entstehungsgeschichte der Fotos erläutert wird.

Die insgesamt 270 Bilder dokumentierter Zeitgeschichte dürften nun also bis auf weiteres in Paris zu sehen sein.

Quelle: Welt-Online, Focus-Online
Bild: YouTube

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