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Flüchlings-Dokusoap: ZDF Neo schickt Promis auf Asylsuche

Nun hat das Genre Reality-Doku auch das Kultur- und Bildungsfernsehen erreicht. ZDF Neo hat sich eine Gruppe von sechs mehr oder weniger bekannten Menschen ausgesucht, um sie auf eine Odysee eines Asylsuchenden zu schicken. In "Auf der Flucht" geht es für sie ohne Geld durch Flüchtlingsländer auf die Suche nach Obdach in der westlichen Welt.

In einem Bericht auf Spiegel Online wird das neue Format eher gemischt betrachtet. Denn die Auswahl der Teilnehmer lässt eher auf Krawall oder Bekehrung schließen. Stephan Weidner, der musikalische Kopf der bei Rechten und Nazis immer noch sehr beliebten Band "Böhse Onkelz" ist dabei. Doch Weidner hat sich von Rechts total abgewandt und gibt eher den diplomatischen Part auf der Reise.

Ganz anders als Kevin Müller, ein ehemaliges NPD-Mitglied. Er hat das braune Gedankengut immer noch im Kopf. Kein Wunder, denn die NPD sei ihm "zu demokratisch". Während er in Afrika und Italien auf der Flucht ist, sieht er überall Feinde, meint aber besonders tolerant zu sein, wenn er sagt, dass er auch mal gerne "ausländisch" essen gehe.

Ähnlich verhält sich Bloggerin Katrin Weiland, die zum Anfang der Sendung gegen Asylsuchende wettert. Doch dann sieht sie im Nahen Osten, wie Flüchtlinge leben müssen und nennt es "Perversion in Reinkultur". Man muss manches eben erst hautnah erleben, um die Wahrheit zu erkennen.

Mirja du Mont, Ehefrau von Sky du Mont, ist FDP-nah und der Meinung, dass man nicht alle Flüchtlinge reinlassen solle, weil sonst alle in Deutschland wären. Doch bei der Reise fließen bei ihr andauernd Tränen. Und deswegen wird nicht ganz klar, ob ZDF Neo dem Fernsehzuschauer oder eher den Kandidaten nahe bringen will, welche Leiden Asylsuchende durchmachen müssen. Dazu kommen noch der ehemalige Bundeswehrsoldat Johannes Clair und Streetworkerin Songül Cetinkaya. Heute um 22:15 Uhr geht es jedenfalls los.

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