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Filmstart: "Stereo" mit Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel

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Der Film "Stereo" von Regisseur Maximilian Erlenwein mit den Schauspielern Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel ist ein ungewöhnlicher Genre-Mix aus Mystery, Gangsterfilm und Komödie. Kinostart in Deutschland ist der 15. Mai 2014.

Die Handlung:

Erik (Jürgen Vogel) eröffnet eine Motorrad-Werkstatt in einer kleinen Stadt und zunächst läuft alles super: Erichs Beziehung zu seiner Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) ist glücklich und auch mit dessen Tochter Linda (Helena Schoenfelder) kommt er gut aus. Nur mit Julias Vater Wolfgang (Rainer Bock), einem Polizisten, liegt er nicht immer auf einer Wellenlänge. Eines Tages taucht dann ein Unbekannter auf und es wird unangenehm: Der geheimnisvolle Henry (Moritz Bleibtreu) dringt wie ein Parasit in Eriks Leben ein und will einfach nicht verschwinden. Das Problem an der Sache ist, dass nur Erik Henry sehen kann - er existiert lediglich in Eriks Vorstellung, das allerdings überaus überzeugend. Als dann auch noch Gaspar (Mark Zak) und dessen zwielichtiges Gefolge auftaucht, wird alles noch schlimmer. Sie reißen alte Wunden auf und setzen Erik unter Druck, sich bei ihren illegalen Machenschaften zu beteiligen. Erik ist hin und her gerissen: Er wendet sich an eine Geisterheilerin, Frau Saurion (Valery Tscheplanowa), welche ihm helfen soll, seinen unliebsamen Begleiter Henry auszutreiben. Aber sollte er Henry vielleicht doch vertrauen und mit ihm gemeinsam seine Erpresser bekämpfen?

VIDEO: "Stereo" Fim Trailer

In seinem Mystery-Gangster-Thriller "Stereo" vereint Jung-Regisseur Maximilian Erlenwein ("Schwerkraft") zwei der größten Schauspielstars Deutschlands: Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu. Dabei zeigt Erlenwein ein wirklich beachtliches Gespür für wirkungsvolle Posen und äußerst kinotaugliche Bildkompositionen.

Der Film "Stereo" ist über weite Strecken hinweg unvorhersehbar und voller Wendungen. Immer dann, wenn sich der Zuschauer in der Handlung sicher fühlt, reißt der Regisseur das Ruder herum und sorgt für Überrraschungen. "Stereo" beginnt als eine Art "Heile-Welt-Erzählung": Der selbstbewusste Erik ist Anfang 40, lebt in einer glücklichen Beziehung und hat sein Leben voll im Griff. Die Selbstfindungsidylle des coolen Mackers endet jedoch abrupt, als sich ein eingebildeter Fremder in sein Leben schleicht und als dann noch ein Trupp Gauner auftaucht, wandelt sich der Film zu einem Gangsterfilm mit Mystery-Elementen. Die etwas wild anmutende Mixtur ist erzählerisch nicht wirklich homogen, wurde stilistisch gesehen aber sehr konsequent inszeniert.

"Stereo" kommt in einer Neo-Noir-Optik daher, denn Kameramann Ngo The Chau ("Das Leben ist nichts für Feiglinge") spielt mit Licht, Schatten, ausgeblichenen Farben und harten Kontrasten. Die Psycho-Thriller-Elemente mit dem eingebildeten Fremden Henry erinnern ein wenig an "Fight Club" und Georg Friedrich ("Die Klavierspielerin") bringt mit seiner Rolle als verkrüppelter Gangsterboss Ironie ins Spiel. Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu in den Hauptrollen haben sich mit sichtlichem Vergnügen auf diese wilde Genre-Variationen von Regisseur Maximilian Erlenwein eingelassen.

Jürgen Vogel war schon in Erlenweins Film-Debüt "Schwerkraft" mit von der Partie. Der sehr vielseitige Schauspieler präsentiert diesmal seine raue Seite, die trotz der anfänglichen Softie-Fassade und später folgenden Wahnvorstellung immer präsent ist. Moritz Bleibtreu hingegen verleiht dem imaginären Henry eine ordentliche Portion Charisma, auch wenn seine Figur hin und wieder ins Absurde kippt.

VIDEO: "Stereo" Fim Trailer

Die Idee zu "Stereo" kam Erlenwein übrigens beim Schauen des Komödienklassikers "Mein Freund Harvey". Er stellte sich vor wie es wäre, wenn das eingebildete Riesen-Kaninchen so ein "richtiger Dreckskerl" wäre. Das Ergebnis ist ein Gangster-Thriller mit Parallelen zu "Fight Club" - ungewöhnlich und unterhaltsam auch wenn "Stereo" einige Schwächen aufweist.

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