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Filmfestspiele Venedig - Am Ende gewinnt ein Amerikaner

Das Ende der Filmfestspiele in Venedig brachte nach den schwachen ersten Tagen erfreulicherweise nochmal richtig Wind an den Lido. Am Samstag abend wurden Löwen und andere Preise verteilt, außerdem hatte das Festival im Endspurt auch noch den ein oder anderen Gewinner auf der Leinwand gezeigt. Hier die Gewinner der Preisverleihung im Überblick.

Den Goldenen Löwen, also die Auszeichnung für den besten Film, ging an den US-Regisseur Darren Aranofsky. Der Film "The Wrestler" zeigt den alternden Mickey Rourke als stark herunter und in die Jahre gekommenen Wrestler. Der letzte Beitrag im Wettbewerb begeisterte alle, Jury und Publikum. Juror Wim Wenders bat sogar um Regeländerungen für das Festival. Demnach sind Schauspielerpreise nämlich nicht mit anderen Hauptpreisen kombinierbar in Venedig. Aber gerade Mickey Rourke hätte ihn wirklich verdient, den Coppa Volpi für den besten Schauspieler. Die Darstellung des geschlagenen Mannes gelingt dem 51-Jährigen großartig, mag vielleicht auch an seinem eigenen Leben liegen. Nach erfolgreicher Filmkarriere in den 80ern startete Rourke Anfang der 90er als Profi-Boxer durch und ist heute vor allem für sein zerschlagenes und von schlechten Schönheits-OPs geprägtes Gesicht bekannt.

Hier zu den Bildern von Aronofsky und Rourke in Venedig

Für Mickey Rourke war es das perfekte Comeback, aber auch andere Filmemacher und Schauspieler durften sich freuen. Aleksey Germans "Paper Soldier" erhielt den Silbernen Löwen für die beste Regie und den Preis für die beste Kamera. Das Drama um die erste bemannte russische Raumfahrt überzeugte vor allem durch seine virtuosen Bilder und Kamerafahrten. Als bester Schauspieler wurde der Italiener Silvio Orlando für seine Rolle in "Il papà di Giovanna" geehrt, beste Schauspielerin wurde Dominique Blanc für ihre Darstellung der geistig verwirrten Eiffersüchtigen in "L'autre". Aus Sicht der Deutschen war es auch ein erfolgreicher Wettbewerb. Haile Gerimas teilweise in Nordrhein-Westfalen produzierter "Teza" erhielt zwei Preise. Werner Schroeter, der mit "Nuit de chien" im Wettbewerb vertreten war, erhielt eine Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Sicher gab es auch große Verlierer in Venedig. So hätte Jonathan Demmes "Rachel Getting Married" ebenso einen Preis verdient gehabt wie seine Hauptdarstellerin Anna Hathaway. Beide gingen aber leer aus. Genauso erhielt Miyazakis Animationsfilm "Ponyo on the Cliff by the Sea" keinen Preis, obwohl er zuvor ausnahmslos und in hohen Tönen gelobt wurde. Die Konkurrenz muss am Ende in Venedig dann wohl doch größer gewesen sein, als man zwischenzeitlich annahm. Dennoch musste sich Festivaldirektor Marco Müller bis zum Schluss vorwerfen lassen, einen schlechten Wettbewerb präsentiert zu haben bei den 65. Filmfestspielen in Venedig.

Die Gewinner in Venedig
  • Goldener Löwe: „The Wrestler“ von Darren Aronofsky (USA)
  • Silberner Löwe für die beste Regie: Aleksey German jr. für „Paper Soldier“ (Russland)
  • Spezialpreis der Jury:„Teza“ von Haile Gerima (Äthiopien/Deutschland/Frankreich)
  • Beste Schauspieler: Silvio Orlando für „Il papà di Giovanna“ (Italien) und Dominique Blanc für „L'autre“ (Frankreich)
  • Bestes Drehbuch: Haile Gerima für „Teza“
  • Beste Kamera: Alisher Khamidhodjaev und Maxim Drozdov für „Paper Soldier“
  • Speziallöwe für 40 Jahre innovatives Werk:Werner Schroeter („Nuit de chien“)
  • Beste Jungaktrice: Jennifer Lawrence für "The Burning Plain"
  • Bester Film im Zweitbewerb Orizzonti: „Melancholia“ von Lav Diaz (Philippinen)
  • Beste Dokumentation Orizzonti: „Below Sea Level“ von Gianfranco Rosi (Italien/USA)
Quelle: Welt Online, diepresse.com
Bild: LaBiennale

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