Excite

"Elli Makra - 42277 Wuppertal" und "Die Stadt der Blinden" - Kino am 23. Oktober

Große und kleine Kinofilme starten im Oktober. "Ellie Makra - 42277 Wuppertal" rückt verschiedene Generationen einer griechischen Familie in Deutschland in den Fokus, in "Die Stadt der Blinden" hingegen geht es um ein geheimnisvolles Virus.

In "Elli Makra - 42277 Wuppertal" geht es um das Leben der Griechin Elli (Anna Lalasidou). Seit ihrer Kindheit wohnt sie in Deutschland und mindestens genauso lange steht fest, dass sie irgendwann in ihre Heimat zurückkehren wird. Leider kam es niemals dazu, so dass sie sich in Wuppertal in einer lieblosen Ehe, Streit mit Eltern und Geschwistern so wie einer belanglosen Affäre festgefahren sieht. Als Ellis Vater stirbt, fährt ihre Schwester Tassia (Anastasia Avenidou-Bartram) nach Griechenland und lässt ihre Tochter Nikki (Niki Papadopoulos) bei ihr. Aus einem kühlen Beisammensein entwickeln die beiden Damen einen Blick dafür, wo ihre Gemeinsamkeiten liegen könnten.

Trailer zum deutschen Sozial-Drama "Elli Makra - 42277 Wuppertal

Die große Leistung in "Elli Makra - 42277 Wuppertal" besteht in der authentischen Darstellung von drei Generationen einer griechischen Einwandererfamilie in Deutschland. Dem Regisseur Athanasios Karanikolas gelingt es, die Identitätsfragen und Zweifel junger Migranten einzufangen. Längst ist Deutschland trotz der hier verbrachten Kindheit kein Paradies mehr für sie, genauso wenig wissen sie, was die Heimat ihnen bringen würde. Die Folge ist eine Art Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit, die Protagonisten in "Elli Makra" müssen sich erst darüber klar werden was sie vom Leben erwarten. Der familiäre Zwist und das soziale Milieu kommen im Film besonders glaubhaft rüber, das liegt auch daran, dass beim Dreh zahlreiche Laierndarsteller zum Einsatz kamen.

In "Die Stadt der Blinden" geht in einer amerikanischen Großstadt ein beängstigender Virus um. Ohne Vorwarnung oder weitere Symptome erblinden die Bewohner und sehen nur noch weiß. Einzig und allein die Frau eines Arztes (Julianne Moore) scheint immun zu sein, stellt sich aber ebenfalls blind, um nach einer Art Deportation bei ihrem Mann (Mark Ruffalo) bleiben zu können. Gemeinsam mit vielen anderen werden sie in einer Nervenheilanstalt untergebracht. Während die Stadt buchstäblich im Chaos versinkt kümmert sich die Frau um ihren Mann und wird zur sehenden Hoffnung für die zahlreichen Erblindeten.

Trailer zum Drama "Die Stadt der Blinden"

Der Film "Die Stadt der Blinden" basiert auf dem Roman des portugisischen Nobel-Preisträgers José Saramago. Die Mischungs aus einer apokalyptischen Was-wäre-wenn-Idee und lyrischem Seuchen-Epos galt eigentlich als unverfilmbar, umso mutiger war der Brasilianer Fernando Meirelles, es doch zu tun. Der Regisseur, der schon 2002 für "City of God" für den Oscar nominiert war, trifft mit seinen Bildern die Poesie der Buchvorlage und reiht dabei eine beeindruckende Star-Besetzung um sich. Hollywood-Stars wie Julianne Moore und Danny Glover glänzen dabei genauso wie der talentierte Mexikaner Gael García Bernal oder die junge Brasilianerin Alice Braga. Die internationale Besetzung unterstreicht dabei die realistische Aussage eines unrealistischen Szenarios: Ein solches Virus würde jede Zivilisation in die Knie zwingen.

Die Filmtipps zum 23. Oktober zeigen, wie Menschen in einer Stadt festsitzen können. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Die soziale Realität aus "Elli Makra - 42277 Wuppertal" hat ansonsten wenig mit dem apokalyptischen Chaos in "Die Stadt der Blinden" zu tun, einen Kinobesuch sind aber beide wert.

Quelle: kino.de
Bild: Elli-Makra.de, StadtDerBlinden.de

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017