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Eine Scheißkindheit in Altötting

Andreas Altmann ist ein angesehener Reisejournalist, der unter anderem Reportagen in Geo veröffentlicht hat und in den letzten Jahren Bücher über seine Reisen durch Südamerika und seine Reise zu sich selbst veröffentlicht hat. In seiner Biografie mit dem wenig verhüllenden Titel 'Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend' rechnet er mit seiner Jugend, seiner Herkunft und nicht zuletzt mit seinem Vater ab.

Altötting, der berühmte bayerische Wallfahrtsort am Inn, hier ist Andreas Altmann im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen, als jüngstes von drei Kindern. Der aus dem Krieg zurückgekehrte Vater regiert den Haushalt mit eiserner Hand, der seinen Sohn teilweise bis zur Bewusstlosigkeit prügelt. Altmanns Mutter ist zu schwach, um ihren Sohn Andreas vor den Angriffen des Vaters zu schützen, der Junge flüchtet bei der erstbesten Gelegenheit.

'Hätte ich eine liebliche Kindheit verbracht, ich hätte nie zu schreiben begonnen, nie die Welt umrundet …' hat Andreas Altmann später einmal gesagt, doch bis er seine Bestimmung finden konnte verdingte er sich als Chauffeur, reüssierte als Schauspieler, war Parkwächter, Buchclubvertreter und Anlageberater und nie lange am selben Ort. Wenn er nicht auf Reisen ist lebt Altmann in Paris, dort schrieb er auch seine Biographie 'Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend', in der er schonungslos und in herben Worten mit seinem Vater und seinem Geburtsort Altötting abrechnet.

Offenbar haben daran mehr Leute Interesse als man gemeinhin glauben mag. Kurz nach Veröffentlichung des Buches, das im Piper Verlag erschienen ist und 19,99 Euro kostet, stieg es in die Spiegel-Bestsellerliste ein.

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