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"Ein Geheimnis" und "O'Horten" - Kino im Dezember

Die weiteren Kinotipps für diese Woche sind "Ein Geheimnis" und "O'Horten". Im Zentrum des ersten Films steht eine jüdische Familiengeschichte, die ihren Anfang im deutsch besetzten Frankreich des zweiten Weltkriegs hat. Im zweiten Film verfolgt der Zuschauer auf märchenhafte Art die skurrile Reise eines pensionierten Zugführers in Norwegen.

In "Ein Geheimnis" wird die Geschichte einer jüdischen Familie in Frankreich aus der Perspektive des Sohnes François (Valentin Vigourt) gezeigt. Eine Zeitebene zeigt ihn als unsportlichen 7-Jährigen, der nach dem zweiten Weltkrieg die Erwartungen der durchtrainierten Eltern Tania (Cécile de France) und Maxime (Patrick Bruel) nicht erfüllen kann und sich in einer Phantasiewelt zu einem imaginären Freund flüchtet. In einer zweiten Zeitebene erfährt der 15-jährige François von einem dunklen Geheimnis seiner Familie und in der dritten ist er bereits erwachsener Vater in der heutigen Zeit.

Trailer zum französischen Drama "Ein Geheimnis"

Das Drama "Ein Geheimnis" basiert auf dem gleichnamigen und autobiografischen Roman von Philippe Grimbert. Geschickt wird um das Familiengeheimnis eine emotionale Geschichte gestrickt, die der jüdischen Mentalität ebenso nachfühlt wie Fragen nach Wurzeln und Identität. Dazu zeigen sich hier die großen Stars des neuen französischen Kinos in toller Form, neben Cécile de France und Patrick Bruel sind das unter anderem Gerard Depardieus Tochter Julie und die schöne Ludivine Sagnier. Frankreichs gefeierter Regiestar Claude Miller ("Das Verhör", 1981) weiß mit der empfindlichen Geschichte ebenso umzugehen, wie mit den hochkarätigen Darstellern und wurde in der Heimat dafür schon mit 1,6 Millionen Kinozuschauern belohnt.

Der 67-jährige Zugführer Odd Horten (Baard Owe) in "O'Horten" ist das, was man 'kauzig' nennt. Gelassen und ohne viele Worte sieht er der Zeit nach seiner Pensionierung entgegen, die bald nur noch aus den Beziehungen zu seiner uralten Mutter, einem Wellensittich und seinen ebenso wortkargen Kollegen besteht. Das alles ändert sich schlagartig, als er nach einem verpassten Zug zunächst unfreiwillig auf eine skurrile Reise gerät. Plötzlich lernt Horten neue Menschen kennen wie den exzentrischen Professor Dr. Sissener (Espen Skjønberg) und trifft auf alte Bekannte. Im Angesicht anderer Menschen und Orte entdeckt er neue Seiten an sich und erfindet sich im Rentenalter neu.

Trailer zum eventuellen norwegischen Oscar-Kandidaten "O'Horten"

Das gefühlvolle Normalo-Portrait von Bent Hamer zieht sich mit ebenso viel Humor wie unterschwelliger Tragik gerne den Mantel des modernen Märchens an. Hamer konnte schon vor drei Jahren mit seiner Bukowski-Verfilmung "Factotum" reichlich Kritikerlob sammeln, für "O'Horten" darf er sein Heimatland Norwegen sogar bei der Vorauswahl zum Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film vertreten. "O'Horten" bietet als Außenseiterhommage nicht nur eine außergewöhnliche Optik, sondern vor allem die gelunge Gradwanderung im tragikomischen Fach. Allein dafür hat der Film internationale Beachtung verdient.

Die europäischen Produktionen dominieren den Film-Dezember zu Recht, "Ein Geheimnis" und "O'Horten" unterhalten auf hohem Niveau und locken durchaus zum vorweihnachtlichen Kino-Besuch.

Quelle: Kino.de, imdb.com
Bild: Ein-Geheimnis.de, ohorten.pandorafilm.de

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