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Diskussion zum Thema Gangsta-Rap

Im Zuge immer neuer Horrorgeschichten von zusammengeschlagenen Rentnern in U-Bahnhöfen oder bei den Diskussionen über No-Future-Kids aus Rütli-Schulen dreht sich schnell alles um den angeblichen Hauptgrund solcher Verwahrlosungen: Die Rapmusik!

Klar ist, dass nie zuvor seit Beginn des HipHop in Deutschland derart harte und verachtende Texte geschrieben wurden wie heute. Rapper wie Sido, Azad oder Massiv verherrlichen Gewalt, Drogen und Frauenverachtung.

Doch ist allein diesem Phänomen die Schuld an den zahlreichen Problemen junger Menschen zu geben? Ist die Musik nicht viel mehr das Produkt des eigentlichen Problems?

Nun stellten sich erstmals zahlreiche Rapgrößen des Landes einer ernsthaften Diskussion. Unter dem Motto „Hip Hop spricht“ hatte die „Red Bull Music Academy“ eine Veranstaltung organisiert, in der Gangsta-Rapper wie Azad aber auch alte Größen des „ernsthaften“ Hip Hops wie Dendemann, Torch oder Samy Deluxe ihre Sicht der Dinge offenbarten.

Auf die Frage, was daran noch HipHop sei über seine Penislänge zu rappen, betonte Azad beispielsweise, dass es doch Ausdruck von Liberalität und Freiheit sei, sagen zu dürfen, was man wolle.

Demgegenüber entgegnete Torch, dass Rapper unbedingt Vorbild sein müssten. „Wir könnten ihnen zeigen, wie sie ihr Leben verbessern können” , sagte er. Zudem fügte er hinzu, “dass wir Rapper auch aufpassen müssen dass wir nicht selbst zu Heuchlern werden. Wir sehen uns immer in der Opferrolle.”

Zwar kam es am Ende der Diskussion nicht zu einer wirklichen Einigung über die Ursachen des Problems, doch augenscheinlich waren sich zumindest alle darüber im Klaren, dass Jugendlichen mit Problemen mehr an die Hand gegeben werden müsste, als bloße Parolen über Sex und Gewalt.

Quelle: Stern-Online
Bild: YouTube

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