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Die provokative Kunst von Wim Delvoye

Der belgische Konzeptkünstler Wim Delvoye provoziert gerne. Das machen Künstler ja an sich gerne aber Delvoye möchte den Betrachter auch gerne mal verekeln, hat man das Gefühl. Fäkalkunst, Schweinereien als Botschaft und Küsse der etwas anderen Art haben seinen Ruf als internationalen Lümmel der Szene längst gefestigt. Wim Delvoye selbst allerdings entlarvt bloß die "schweinischen" Konsumgewohnheiten der modernen Kulturen.

Das berühmteste Werk des heute 43-Jährigen ist eindeutig seine Installation "Cloaca". Nach jahrelanger Forschungsarbeit und mit Hilfe von zahlreichen Wissenschaftlern war es Delvoye gelungen eine Maschine zu bauen, die den menschlichen Verdauungstrakt simuliert. Die "Cloaca" wird mit Lebensmitteln gefüttert und wandelt diese tatsächlich in Fäkalien um, die von denen eines Menschen nicht zu unterscheiden sind. Sammler zahlen für so ein Häufchen nachgemachten Kot bis zu 1500 Dollar. Den kann man sich dann ins Regal stellen und sagen, man habe einen "echten Delvoye".

So arbeitet die "Cloaca" und am Ende erhält man eben ein Häufchen Kot

Aber Delvoye bleibt auch sonst gerne unter der Gürtellinie: Sein Werk "Anal Kiss" zeigt einen Lippenstiftabdruck auf einem feinen Stofftuch. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen Kussmund, sondern um eine andere Körperöffnung, die der Belgier mit Lippenstift angemalt haben will. Ansonsten arbeitet der Künstler auch viel mit Tätowierungen, allerdings nicht ganz unumstritten. In China züchtet er Schweine, die er mit den Markenlogos teurer Mode tätowieren lässt wie z.B. Louis Vuitton. Nach deren Tod werden die Häute abgezogen und für Unsummen verkauft, teilweise werden 150.000 Euro für ein Schwein von Delvoye gezahlt.

Hier gibts Fotos von Delvoyes Werken

Tierschützer gehen natürlich auf die Barrikaden, während Delvoye längst auch dazu übergegangen ist, Menschen zu vermarkten. Erst vergangenen Monat wurde das Rückentattoo eines noch lebenden Menschen an einen Sammler verkauft. Das beinhaltet für 150.000 Euro Verkaufs- und Ausstellungsrecht, nach dem Tod des Trägers darf der Käufer sogar die Haut behalten. Durch die ganzen Provokationen will der Künstler eigentlich nur die "Schönheit des Nutzlosen" aufzeigen und damit die Werte moderner Gesellschaften und deren Konsumwahn in Frage stellen. Ob das jeder erkennt, ist zweifelhaft, aber ausreichend Aufmerksamkeit bekommt Wim Delvoye auf jeden Fall.

Quelle: max.de
Bild: max.de

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