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Die provokative Kunst von Tinkebell

Die niederländische Künstlerin Tinkebell hat sich über die Grenzen ihrer Heimat hinaus einen Namen durch provokative Aktionskunst gemacht. Für großes Aufsehen sorgte sie, als sie aus dem Kadaver - ihres zuvor todkranken Kater - eine Tasche machte, nun veröffentlicht Tinkebell ein Buch mit all den Hass-Mails, die sie seither empfing.

Es war im Jahr 2004, als Tinkebell ihren Kater Pinkeltje zu einer Handtasche verarbeitete. Das Projekt "My dearest cat Pinkeltje" war - wie die meisten ihrer Aktionen - ein Versuch, auf die Doppelmoral im menschlichen Umgang mit Tieren hinzuweisen. Katinka Simonse, so Tinkebells bürgerlicher Name, machte auch schon eine Tasche aus einem Hund und einer Katze. An der industriellen Verwertung von Tieren stört sich kaum jemand, aber wie sieht es aus, wenn es um einzelne Haustiere geht? Das Ergebnis ist eindeutig, auf ihre Aktionen hin erhielt Tinkebell tausende Hass-Mails aus aller Welt und aus denen hat sie jetzt das Buch "Dearest Tinkebell" gebastelt.

Der Katzen-Kadaver unter der Nähmaschine

Tinkebell sammelte Beleidigungen, Flüche und sogar Todesdrohungen zwischen den Jahren 2004 und 2008, laut "Stern.de" ist das "Dearest Tinkebell" bereits jetzt ein Kultbuch in den Niederlanden. In einer Mail hieß es z.B. "Warum bringst du nicht auch deine Mutter um und machst eine Geldbörse aus ihr", in einer anderen "Stirb, Hure! Ich werde dich lange leiden lassen".

Tinkebell veröffentlicht in ihrem Buch aber nicht nur die Hass-Mails, mit der Hilfe einer Freundin und eigens entwickelter Suchmaschinen-Technologie konnte sie die Namen und Adressen ihrer Kritiker herausfinden. Diese sind nun mit im Buch "Dearest Tinkebell" veröffentlicht. Angst vor Klagen hat Katinka Simonse keine, "Die würden wir dann natürlich sofort wegen Bedrohung anzeigen", sagt die 30-Jährige.

Mit der Veröffentlichung des Buches widmet sich Tinkebell dem Phänomen anonymer Drohungen durch das Internet. Ansonsten bleibt sie aber hauptsächlich ihre provokativen Entlarvung der Doppelmoral treu. So wollte Tinkebell bereits öffentlich nicht weniger als sechzig Küken töten und bekam Schwierigkeiten mit der Polizei, als sie in einer Amsterdamer Gallerie hundert Hamster in Treträdern laufen ließ.

Bild: www.tinkebell.com

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