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"Die Kunst des negativen Denkens" und "Friedliche Zeiten" - Kino im September

Gute Tragikomödie sind häufig die bewegendsten Filme und mit "Die Kunst des negativen Denkens" und "Friedliche Zeiten" starteten gestern in den deutschen Kinos. Der eine Film zeigt ironisch das Norwegen der Gegenwart, während der andere den Zuschauer in das geteilte Deutschland um 1970 entführt.

Es ist "Die Kunst des negativen Denkens", die Geirr (Fridtjov Såheim) in vollen Zügen auslebt. Anfang dreißig und durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt, so hat er sich das Leben nicht vorgestellt. Also verflucht der hoffnungslose Pessimist die ganze Welt und begegnet ihr mit einer Mischungs aus Wut und Depression. So auch seiner Freundin Ingvild (Kirsti Eline Torhaug), die sich innständig bemüht, die Beziehung zu retten. Als sie die Therapeutin Tori (Kjersti Holmen) und mit ihr eine Gruppe von lebenslustigen Behinderten ins Haus holt, dreht Geirr erst richtig auf.

Trailer zur norwegischen Tragikomödie "Die Kunst des negativen Denkens"

Die norwegische Komödie "Die Kunst des negativen Denkens" überzeugt durch die Mischung aus tiefschwarzem Humor und der traurigen Realität. Sarkastisch und irgendwie liebenswert entlarvt der gebeutelte Geirr die Tatsachen um Schicksale wie seines. Das ist eineseits eine treffende Abrechnung mit heuchlerischem Mitleid. Andererseits ist das vor allem amüsant inszeniert, weil der Anti-Held im Rollstuhl das mit Sex, Drogen und viel Johnny-Cash-Musik erledigt. Der rabenschwarze Spaß ist auf jeden Fall nicht nur etwas für die Freunde skandinavischer Komödien.

In "Friedliche Zeiten" geht es um das Ehepaar Dieter (Oliver Stokowski) und Irene (Katharina Schubert). Zusammen mit ihren Kindern fliehen sie Ende der 60er Jahre aus der DDR in den deutsche Westen. Während er freudig der Zukunft entgegenblickt, hat sie panische Angst vorm dritten Weltkrieg. Die Streitereien bringen die beiden Töchter Wasa (Leonie Brill) und Ute (Nina Monka) schließlich zu der Ansicht, dass eine Scheidung im Sinne der ganzen Familie wäre. Keine zehn Jahre alt, spannen sie ihren kleinen Bruder einfach auch noch mit ein und starten ihre kleine Intrige.

Trailer zu "Friedliche Zeiten"

Mit viel Gefühl, lebendigem Humor und jeder Menge Detailverliebtheit kommt der DDR-Beziehungsfilm locker über ulkigen Quatsch hinaus. Regisseurin Neele Leana Vollmar lässt einerseits ausreichend Platz für den Zeitgeist, der diese tragische Situation rahmt. Andererseits wird die Sichtweise der Kinder ins Zentrum gestellt, was sich als außergewöhnlich stimmig und charmant zugleich erweist.

Die Start-Tipps vom 18. September zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit in schweren Themen aus. Kaum wird man noch mal so amüsiert aus einem Film kommen, der sich indirekt um Querschnittslähmung oder Trennungen dreht. Ein Kinobesuch sollte daher in "Die Kunst des negativen Denkens" oder "Friedliche Zeiten" führen.

Quelle: Kino.de
Bild: Diekunstdesnegativendenkens.de, kinowelt.de

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