Excite

Die Guillotine bleibt oben - Schaf Norbert wird nicht geköpft

Ihr erinnert euch mit Sicherheit an das Horror-Kunstprojekt, das wir euch vor einem Monat vorgestellt haben: Die Guillotine, mit welcher ein Schaf per Internetwahl geköpft oder gerettet werden konnte.

Die wichtigste Info vorab: Das Schaf Norbert wurde NICHT geköpft und die beiden Berliner Kunststudenten Iman Rezai und Rouven Materne, beide Studenten an der renommierten Universität der Künste Berlin, haben es geschafft ungemein bekannt zu sein.

Gestern ging das Internetvoting zur Tötungsfrage zu Ende. Unglaubliche 4,2 Millionen Nutzer sollen insgesamt über Leben und Tod von Schaf Norbert abgestimmt haben: 2,5 Millionen waren gegen die Tötung und der Rest dafür. Heute gab es dann auch eine Pressekonferenz der beiden Studenten, in welcher sie ihr Kunstprojekt 'Die Guillotine' als Erfolg präsentiert haben.

In der Pressekonferenz geben die zwei an, dass das Schaf nie in Gefahr gelebt hat, die Tötung - wie wir es bereits geahnt hatten - wäre nie in Frage gekommen. Das Schaf Norbert, soll es sogar nie gegeben haben! Das Projekt habe Gesellschaft und Medien den Spiegel vorhalten sollen. Sie hätten sich mit ihrer erfundenen Geschichte bewusst als Feindbild konstruiert, um die öffentlichen Reaktionen zu testen. "Wir haben den Menschen nur einen Monat lang Angst gemacht", so Rezai.

Und während die Künstler von vielen Beobachtern als "pervers" eingestuft wurden, drehten sie den Spieß in der Pressekonferenz plötzlich um: Die zahlreichen Forderungen an die beiden, sich selbst anstelle des Schafes enthaupten zu lassen, seien Ausdruck der Perversität einzelner.

4,2 Millionen Menschen haben sich die Mühe gemacht abzustimmen, acht Anzeigen wurden bei der Staatsanwaltschaft eingereicht und über 400 Medien weltweit haben über die Aktion berichtet. Da haben die zwei Studenten mit ihrem Kunstprojekt wohl alles richtig gemacht, oder?

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017