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Die Fotografien der Cellina von Mannstein

Die aus Düsseldorf stammende Fotografin Cellina von Mannstein ist derzeit schwer angesagt. Die 30-Jährige wird mit Preisen überhäuft, kann sich die Jobs aussuchen und wird seit Oktober letzen Jahres auch noch für ihren Bildband "Imperfect" in den Himmel gelobt. Ihre Spezialitäten sind ausschweifende Erzählungen in Bildern und märchenhafte Erotik.

Zunächst sah es gar nicht nach einem derart künstlerischen Werdegang aus für Cellina von Mannstein. Nach dem Abitur studierte sie an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing, später arbeitete sie als Produktionsassistentin bei einer Hamburger Filmproduktion. Sie durchlief erst noch die Stufen der Regieassistentin und der Art Direktorin, bevor sie realisiert hatte, dass Fotografie ihre wahre Leidenschaft ist. Ab 2000 arbeitete sie dann freiberuflich als Fotografin für Magazine wie den Stern und den Spiegel, bereits ein Jahr später kamen erste Preise. Obwohl als großes Nachwuchstalent in der Modefotografie gehandelt, ging sie erst mal nach New York, um von Terry Richardson zu lernen, der bis heute ihr Mentor ist. Anschließend gewann von Mannstein vier Mal in Folge Preise beim begehrten "Lead Award" und war als eine der "new Photographers 2006" beim Filmfestival in Cannes.

Die Blitzkarriere ist mit einem guten Dutzend Ausstellungen und Kunden wie Betty Barclay oder Tommy Hilfiger garniert. Der Bildband "Imperfect" wendet den perfekten Gesichtern der Modefotografie aber ein wenig den Rücken zu. Die Haare sind oft durcheinander, die Körper gar nicht immer perfekt und manchmal ist auch verlaufene Schminke oder gar ein Pickelchen zu sehen. Das ist aber nicht mal das Besondere an den Bildern, viel mehr ist es die wirre Zusammenstellung aus Regelbrüchen in der Bildkomposition und seltsamen Requisiten, die fasziniert. Ein Schäferhund hält z.B. seine eigene Leine vor einem Vorhang, an dessen Seite Stromleitungen durchlugen. Von Mannstein sagt, solche Ideen kämen ihr häufig in der Nacht "dann stehe ich auf und zeichne das Bild...Ich liebe es morgens den ganzen Schreibtisch voller Ideen zu haben."

- Einige der außergewöhnlichen Bilder Cellina von Mannsteins

Die Grundsätze dahinter beschreibt Cellina von Mannstein als "Freiheit in der Fotografie". Keine Schönheitsideale sollen den kreativen Fluss ändern, "für mich ist jeder Mensch perfekt, weil ich die Menschen, die ich fotografiere, liebe", erklärt sie. Und ebenso frei will sie ihre Ideen und Techniken vertreten, sie fühle sich halt am besten, wenn sie das macht, was ihr Freude bereitet. Dogmatiker und solche, die Fotografie gerne bis ins unermessliche bewerten, haben dabei nichts verloren. Gute Grundsätze für erfolgreiche Arbeit, wer das ebenso empfindet, der sollte mal einen Blick auf "Imperfect" von Cellina von Mannstein werfen.

Quelle: art-magazin.de, cellinavonmannstein.com
Bild: Frauen-Zimmer-Blogspot.com

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