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"Die Entdeckung der Currywurst" und "I Was a Swiss Banker" - Kino am 11. September

Unsere Kinotipps zum 11. September heißen "Die Entdeckung der Currywurst" und "I Was a Swiss Banker". Die deutschsprachigen Dramen könnten kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem haben sie eine Gemeinsamkeit. Ob in Hamburg am Ende des zweiten Weltkriegs oder einer märchenhaften Fantasiewelt, in beiden Filmen sind junge Männer mehr oder weniger auf der Flucht.

In "Die Entdeckung der Currywurst" treffen die Kantinenköchin Lena (Barbara Sukowa) und der Soldat Hermann (Alexander Khuon) im Frühling 1945 in Hamburg aufeinander. Die beiden landen im Bett und fortan versteckt Lena den etwa halb so alten Mann bei sich. Sie blüht voll auf in der Affäre, während ihm die Enge der Wohnung zu schaffen macht. Als Lena klar wird, dass ihr das Liebesabenteuer nach Kriegsende wohl nicht mehr erhalten bleiben würde, trifft sie eine Entscheidung. Sie lässt Hermann im Glauben, der Krieg hätte noch kein Ende und hält ihn so weiter in ihren vier Wänden versteckt.

Trailer zum deutschen Drama "Die Entdeckung der Currywurst"

Der Film "Die Entdeckung der Currywurst" basiert auf der gleichnamigen Novelle von Uwe Timm. Besonders Barbara Sukowas Darstellung der Mitvierzigerin mit dem perfiden Plan sticht heraus und unterstreicht die egoistische Handlungsweise. Sie durchläuft dabei eine überzeugende Veränderung von einer Frau, die einem jungen Soldaten hilft, zu einer Frau, die nur sich selbst hilft. Motive für für den dreisten Plan gehen weit über Lust und Leidenschaft hinaus, werden aber geschickt bis zum Ende verhüllt. Regisseurin Ulla Wagner hält ihr Drama zum größten Teil in der engen Atmosphäre der Hamburger Wohnung, kommt durch heitere Momente und feinen Humor aber zeitweise aus dem Kammerspiel heraus.

Das Schweizer Drama "I Was a Swiss Banker" ist weniger geschichtlich, enthält dafür umso mehr Fantasie. Der junge Banker Roger (Beat Marti) ist glatt und skrupellos. Als er mal wieder einen Haufen Schwarzgeld für seine Kunden über die deutsche Grenze schmuggeln will, gerät er in eine Zoll -Kontrolle. Von der Nervosität gepackt will er sich aus dem Staub machen und fährt mit seinem Porsche auch noch einen Polizisten um. In seiner Panik stellt er den Wagen am Bodensee ab und stürmt mit dem Bargeld ins Wasser. Von nun an bestimmt Surrealität den Film. Roger landet in einer Unterwasserwelt und trifft auf die Hexe Heli (Anne-Grethe Bjarup Riis). Die schlägt ihm einen ungewöhnlichen Deal vor, der ihn auf eine längere Suche nach seiner wahren Liebe schickt.

Trailer zu "I Was a Swiss Banker", dem modernen Märchen aus der Schweiz

Thomas Imbachs Film ist genauso abgedreht, wie er klingt. Mit viel Symbolik und dem Experimentalfilm-Look durch die Videokamera bewegt er sich aber fernab von gängigen Genre-Streifen. Die moderne Mar schwankt oft zwischen Realität und Traum, wirkt häufig so, als sei sie ohne festes Drehbuch entstanden. Diese Momente schaden "I Was a Swiss Banker" aber nicht, die Landschaften der Schweiz passen außerdem wunderbar in das dramatische Märchen und geben der unerwarteten Story um Selbstfindung und Liebe einen guten Schuss Romantik.

Man muss weder ein Freund von Weltkriegsepen sein, noch ein Märchen Fan, um die Kinostarts vom 11. September genießen zu können. Die gestarteten Filme "Die Erfindung der Currywurst" und "I Was a Swiss Banker" bewegen sich klar jenseits des Mainstream-Kinos, gefallen aber trotzdem.

Quelle: Kino.de
Bild: iwasaswissbanker.ch, SchwarzWeiss-Filverleih.de

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