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Die Deutschland-Konzerte von Oasis

Der erste Teil der Oasis-Tour durch den deutschsprachigen Raum ist vorbei, wenn auch nicht ganz so wie geplant. Nach drei Konzerten in Deutschland folgen im Februar noch vier weitere, unter anderem in der Schweiz und in Österreich. Die großen Hallen wie vor zehn bis fünfzehn Jahren füllt die britische Band momentan nicht, in Deutschland strömen die Fans dennoch zu den Konzerten und die Jungs ziehen ihre ganz spezielle Oasis-Show durch.

Nach soliden Leistungen vor 5500 Fans in der Dresdner Messehalle am 15.1. und vor 7000 Begeisterten in der Hamburger Sporthalle am 16.1. ging es dann vorgestern in den Treptower Park nach Berlin. Hier warteten einmal mehr 5000 Fans auf die Britpop-Veteranen, wohl wissend, dass sie nicht viel Beachtung erfahren würden. Denn Oasis blieb Oasis und das bedeutete vor allem: Ernst und cool wie ein Eiswürfel. Frontman Liam Gallagher sang konzentriert in der für ihn charakteristischen Haltung und zeigte dabei, auf wieviel verschiedene Arten man einen Schellenring benutzen kann. Er trug das Instrument mal in den Händen, mal als breites Grinsen im Mund, mal über seinem Kopf wie ein Engel und auch als Boxhandschuh hielt es her. Dabei würdigten auch Liams Bruder Noel und die anderen Bandmitglieder das Publikum keines Blickes und machten ihr eigenes Ding.

Gestartet sind die Jungs aus Manchester mit der Nummer "Rock 'n' Roll Star", der ersten Single ihres Debütalbums "Definitely Maybe" (1994), danach war klar, wer die Bosse sind. Tatsächlich redet Liam Gallagher sogar ganz kurz mit den Fans und fragt nach ein paar Songs rhetorisch: "Geht’s gut? So seht ihr auch schon aus!" Das war es dann aber auch wieder, danach gingen die Blicke wieder an die Decke oder sonstwohin. Schauten sich die Brüder gegenseitig an, so konnte man sehen, dass der eine den anderen störte. Aber auch das ist ja nicht neues und wenn Noel Gallagher, immerhin Hauptsongschreiber und zweiter Sänger von Oasis, mal selbst ein Stück sang, dann ging Bruder Liam einfach so lange von der Bühne.

Was sich nach einer unbefriedigenden Show und purer Arroganz anhört, ist genau das, was die Oasis-Fans sich wünschen. Sie kennen es nicht anders. Außerdem spielten die Engländer konzentriert und fehlerfrei ihre Songs rauf und runter. Die Fans hörten neben Klassikern wie "Wonderwall" und "Supersonic" auch spätere Erfolge wie "Lyla" bishin zu den Hits aus dem neuen Album "Dig Out Your Soul", etwa "The Shock Of The Lighting" oder "I´m Outta Time". Wer kein Problem damit hat, wie sich Oasis seit nunmehr eineinhalb Jahrzehnten öffentlich präsentieren - mit Schlägereien, Drogen und Beleidungen - der mag dann letztendlich wohl auch die teilnahmslose Art und Weise, ihre Songs zu spielen.

Von daher wird man wohl kaum jemanden hören, der unzufrieden von dem Berliner Konzert zurückkehrte. Die Oasis-Jünger sind halt ebenso wie die Bänd ein Völkchen für sich. Für viele von ihnen folgte aber auf den Berlin-Auftritt eine ärgerliche Meldung. Sänger Liam Gallagher ist erkrankt und so musste gestern das Konzert in der Düsseldorfer Philipshalle abgesagt werden. Es soll am 4. Februar nachgeholt werden, die Eintrittskarten erhalten ihre Gültigkeit. Auf den Nachholtermin folgen noch Oasis-Konzerte in Wien (26.02., Stadthalle), München (27.02., Zenith) und Zürich (01.03., Hallenstadion).

Quelle: Express.de, Welt Online, Oasisnet.de
Bild: Anirudh Koul (Flickr)

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