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Die Berlinale hat die Halbzeit erreicht

Die 59. Berlinale steigert sich von Tag zu Tag. Nachdem schon der erste deutsche Wettbewerbsbeitrag für Begeisterung sorgte, legte der zweite noch mal kräftig nach. Gerade auch die Filme in den Nebenkategorien überzeugen in diesem Jahr, außerdem sorgen sie zusammen mit der "Cinema for Peace"-Gala dafür, dass man doch noch den ein oder anderen Star in Berlin zu sehen bekommt.

Am gestrigen Abend feierte mit "Alle Anderen" der zweite deutsche Wettbewerbsbeitrag Premiere. Die junge Regisseurin Maren Ade hat mit ihrem Drama ins Schwarze getroffen. Es geht um ein Paar im ersten gemeinsamen Urlaub. Die vorehelichen Szenen um einen Architekten und eine PR-Frau, beide Anfang Dreißig, bestechen durch Natürlichkeit und den ehrlichen Blick auf die üblichen Konflikte beim Sprung ins endgültige Erwachsensein. Vielen sprach "Alle Anderen" gestern aus dem Herzen, Filmkritiker Jan Schulze-Ojala sprach im "Tagesspiegel" vom vielleicht "besten Film des Festivals".

Einen Tag zuvor sorgte noch ein deutscher Film für Jubel: Hermine Huntgeburths Neuverfilmung von Theodor Fontanes Klassiker "Effie Briest" lief in der Sonderreihe "Berlinale Special" und wurde trotz verändertem Ende begeistert aufgenommen. Ebenfalls außer Konkurrenz lief Rebecca Millers "The private lives of Pippa Lee". Hier spielt der kanadische Schönling Keanu Reeves einen 35-Jährigen, der nach einer kaputten Ehe wieder zu seiner Mutter zieht und dann eine neue Frau kennenlernt. Laut "FOCUS Online" schwärmte Reeves bei der Vorstellung des Filmes nur so von seinen weiblichen Schauspielkollegen. Bei den Damen handelt es sich um Robin Wright Penn, Julianne Moore, Winona Ryder und Monica Bellucci, welcher Mann würde da nicht gern am Set sein?

Ein weiterer Wettbewerbsbeitrag mit berechtigten Hoffnungen auf Bären ist der englische Film "London River". Rachid Boucharebs Schilderung von Ereignissen, die auf die Londoner Terroranschläge aus dem Juli 2005 folgen, wurde gestern ehrfürchtig und begeistert aufgenommen. Vor allem Hauptdarstellerin Brenda Blethyn wurde von den Kritikern gelobt. Heute erwartet man außerdem noch Demi Moore in Berlin. Die 46-Jährige präsentiert ihren Film "Happy Tears" bei den Filmfestspielen. Regisseur Mitchell Lichtenstein tritt mit dem Drama im Wettbewerb um den Goldenen Bären an. Moore spielt eine von zwei Schwestern, die zur Pflege ihres kranken Vaters nach Hause kommt, um festzustellen, dass von der Vergangenheit nicht mehr viel übrig ist.

Wie immer fand zur Halbzeit der Berlinale die "Cinema for Peace"-Gala statt und sorgte für jede Menge große Namen auf dem roten Teppich. Neben politischen Persönlicheiten wie Michail Gorbatschow und Joschka Fischer gaben sich auch Filmstars wie Catherine Deneuve und Leonardo DiCaprio die Klinke in die Hand. Letzterer nahm einen Preis für sein Umwelt-Engagement entgegen, hatte aber sonst kaum eine Chance, sich zu zeigen: Wie die "Bild" berichtete, war DiCaprio von nicht weniger als acht Leibwächtern umzingelt. Also, auch auf der 59. Berlinale scheint zu gelten: Safety First!

Bild: Berlinale.de

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