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Die 65. Internationalen Filmfestspiele von Venedig

Heute starten die 65. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Nach Bären in Berlin und Palmen in Cannes werden nun bis zum 6. September die Löwen in Italien vergeben. Beim Filmfestival soll dieses Mal der Fokus auf Qualität liegen, man woll nicht mit Glamour blenden. Viele Stars in feinen Roben wird es trotzdem geben auf dem roten Teppich und auch das Programm wartet mit großen Namen auf. Das erste Mal seit vier Jahren ist auch ein deutscher Film im Wettbewerb vertreten, der preisgekrönte Christian Petzold tritt mit "Jerichow" an.

Schon mit dem Eröffnungsfilm ist den Festivalbetreibern ein echter Coup gelungen. "Burn after Reading" bietet wohl tatsächlich beides, Qualität und Glamour. Mit Brad Pitt, George Clooney, Tilda Swinton und John Malkovich ist die skurrile Spionage-Story hochkarätig besetzt, außerdem ist sie mit ordentlich Witz angereichert. Wen wunderts, "Burn after Reading" ist das neueste Werk der Coen- Brüder, die im Februar bei der Oscar-Verleihung abräumten. Der Film läuft allerdings nicht im Wettbewerb, im Gegensatz zu den 21 anderen, die um den Goldenen Löwen ringen.

Mit dabei sind auch einige alte Bekannte mit lang erwarteten Werken. Kathryn Bigelow z.B. erzähl mit "Hurt Locker" vom Irakkrieg und Bombenspezialisten. Das gefeierte Regie-Talent Darren Aronofsky schickt Mickey Rourke in "The Wrestler" als Rentner in den Ring, der es noch mal wissen will. Außerdem gibt es Filme von Guillermo Arriaga, Takeshi Kitano, Semih Kaplanoglu und vielen anderen. Venedig-Debütant Christian Petzold hat mit Nina Hoss seine Lieblingsschauspielerin im Gepäck. Hoss erhielt bereits den Silbernen Bären auf der Berlinale 2007 für ihre Rolle in Petzolds letztem Drama "Yella" und ist in "Jerichow" in einen Mord aus Leidenschaft verwickelt.

Auf den zweiten Blick spricht also tatsächlich alles eher für Qualität statt Glamour. Obwohl der Eröffnungsfilm soviel Hollywood auf den Lido bringt, scheint sich hier auch Autorenkino und Kunstfilm auszubreiten. Das ist das Kino der Widersprüche, das Festivaldirektor Marco Müller sich für 2008 wünschte. "Wir wollen vom Kino nicht mehr verlangen, uns vor der problematischen Gegenwart zu retten", sagte Müller. Nun wird sich zeigen, ob die Filme bei den 65. Internationalen Filmfestspielen von Venedig den hohen Ansprüchen gerecht werden.

Quelle: stern.de
Bild: LaBiennale

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