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Deutscher Filmpreis 2013: "Oh Boy" vs "Cloud Atlas"

Big Budget versus Indie heißt es diesmal: Die Hochglanzproduktion "Cloud Atlas" und der Indie-Film "Oh Boy" sind die heißesten Anwärter für den Deutschen Filmpreis. Beide Filme haben etwa gleich viele Nominierungen bekommen und habe gute Chancen auf die begehrte "Lola". Mit im Rennen ist auch die Biografie "Hannah Arendt".

Unterschiedlicher können die Filme die zum Duell stehen gar nicht sein: "Cloud Atlas" ist eine Bestsellerverfilmung und mit 100 Millionen Dollar Etat ist er der teuerste deutsche Film, der je gedreht wurde. Er wartet auf mit vielen Effekten und glänzt mit überwältigenden Bildern. Für insgesamt neun Lolas wurde er nominiert. "Oh Boy" hingegen ist ein kleiner, eher melancholischer Schwarzweiß-Film. Es geht um einen Berliner Loser und der Indie-Film ist für acht Lolas nominiert. Auch die Macher von "Hannah Arendt" können sich Hoffnungen auf die Lolas machen, das Biopic erhielt sechs Nominierungen.

Am Freitag gaben der Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, die Nominierungen in Berlin bekannt. Sechs Filme bewerben sich dieses Jahr um den Preis für den besten Spielfilm: Die Bestsellerverfilmung "Cloud Atlas" unter der Regie von Tom Tykwer, Lana und Andy Wachowski, das Filmdebut "Oh Boy" von Jan-Ole Gerster und "Hannah Arendt" von der Regisseurin Margarethe von Trotta. Außerdem "Quellen des Lebens", die Familiensaga von Oskar Roehler, Julian Roman Pölslers Romanverfilmung "Die Wand" und "Lore", Cate Shortlands Geschichte über die Tochter eines Nazis.

Als "bester Schauspieler" treten an: Tom Schilling für "Oh Boy", Sabin Tambrea für "Ludwig II." und Edin Hasanovic für "Schuld sind immer die anderen". In der Auswahl für die "beste Hauptdarstellerin" sind Martina Gedeck für "Die Wand", Barbara Sukowa für ihre Titelrolle in "Hannah Arendt" und Birgit Minichmayr, die in dem Fahrerflucht-Drama "Gnade" spielt. Die zwei "Oh Boy"-Schauspieler Friederike Kempter und Michael Gwisdek wurden als "beste Nebendarsteller" nominiert. "Das Haus der Krokodile" von Cyrill Boss und Philipp Stennert, sowie "Kaddisch für einen Freund" von Leo Khasin sind als "beste Kinderfilme" im Rennen und in der Sparte "bester Dokumentarfilm" gehen drei Filme an den Start: "Vergiss mein nicht" von David Sieveking, "Die Wohnung" von Arnon Goldfinger und "More Than Honey" von Markus Imhoof.

Mit knapp drei Millionen Euro Preisgeld ist der Deutsche Filmpreis der am höchsten dotierte deutsche Kulturpreis. Die Gala wird am 26. April im Berliner Friedrichstadtpalast stattfinden. Ein Gewinner steht jedoch jetzt schon fest: Der Großregisseur Werner Herzog ("Fitzcarraldo") soll bei dem Event für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden.

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