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"Der seltsame Fall des Benjamin Button" - Ab morgen im Kino

Am 29. Januar startet mit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" in Deutschland vielleicht schon der vorläufige Kinohöhepunkt des noch jungen Jahres. Die kürzliche Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen dürfte dem Start noch mal einen ordentlichen Schub geben, denn dabei erhielt der Streifen die sagenhafte Chance auf dreizehn Auszeichnungen. Dreizehn Gründe mehr, sich den Film ein mal genauer anzuschauen.

In der jüngsten Vergangenheit, nämlich kurz vorm Hurricane Katrina, wird die Geschichte von Benjamin Button (Brad Pitt) nacherzählt. Am Sterbebett gibt sich die schwache Daisy (Cate Blanchett) Erinnerungen aus ihrem Leben und lässt sich von ihrer Tochter das Tagebuch des unter besonderen Umständen geborenen Benjamin Button vorlesen. Der kommt 1918 in New Orleans im Körper eines alten Mannes zur Welt. Seine Mutter stirbt bei der Entbindung und sein Vater (Jason Flemyng) ist derart geschockt vom Anblick des faltigen und blinden Babies, dass er es in Panik auf den Stufen eines Altenheimes zurücklässt. Dort wird der alte Mann im kleinen Körper von der schwarzen Pflegerin Queenie (Taraji P. Henson) entgegengenommen und aufgezogen. Nachddem man ihm Anfangs keine große Lebenserwartung einräumte wird langsam aber sicher klar: Benjamin altert nicht, er wird von Tag zu Tag jünger.

Noch als Kind trifft Benjamin auf die gleichaltrige Daisy, eine Bekanntschaft die sein Leben verändern sollte. Als 17-jähriger Greis zieht es ihn dann in die weite Welt und nach erlebnisreichen Jahren findet er schließlich auch deutlich verjüngt zurück zu Daisy, die es zur erfolgreichen Ballerina gebracht hat.

Trailer zu "Der seltsame Fall des Benjamin Button"

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Regie-Virtuose David Fincher hat aus "Benjamin Button" tatsächlich das gemacht, was man von ihm erwartet hat: Etwas anderes. Entfernt erinnert die epische Erzählweise von Benjamins gesamtem Leben an die von "Forrest Gump" (1994). Tatsächlich war mit Eric Roth auch der gleiche Drehbuchtüftler am Werk, ursprünglich basiert der Film aber auf der gleichnamigen Kurzgeschichte des Schriftstellers F. Scott Fitzgerald. Fincher hat in den letzten Jahres bewiesen, dass er etwas für ungewöhnliche Geschichten übrig hat. Nach den Erfolgen von "Sieben" (1995) und "Fight Club" (1999) wird mit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" klar, dass kein Fincher-Film wie der andere ist und nur die Zusammenarbeit mit Brad Pitt so etwas wie eine Konstante ist. Technisch gesehen liefert der Regisseur hier seine stärkste Leistung ab, unter den vielen Nominierungen ist deshalb auch ein Oscar für die beste Regie drin.

Ohne Zweifel erhält der Film zurecht die vielen Lobhymnen für die Ausstattung, das Set-Design und das Make-Up. Besonders in "jungen" Jahren ist es faszinierend mitanzusehen, wie der Greis sowohl in der Maske als auch in den Bewegungen verjüngt. Zu den vielen teilweise skurrilen und teilweise nicht wichtigen Nebenfiguren kommen großartige Zwischeneinfälle in der Erzählweise, so dass trotz zweieinhalb Stunden Laufzeit keine Langeweile aufkommt und permanent die Faszination für diese ungewöhnliche Lebensgeschichte aufrecht bleibt. Das liegt neben Regie- und Darstellerleistungen wohl auch daran, dass hier so bedingungslos die Elemente von Romanze, Tragödie und Biografie mit dem richtigen Maß an Humor gemischt werden.

In den USA hat "Der seltsame Fall des Benjamin Button" Schwierigkeiten, die enormen Produktionskosten von rund 150 Millionen Dollar wieder einzuspielen. Die Oscar-Nominierungen kommen also pünktlich zu den internationalen Starts, so dass es auch kommerziell ein gutes Ende für Fincher, Pitt und Co. geben wird. Für alle, die in diesem Jahr bisher noch nicht so recht vom Leinwandangebot überzeugt waren, ist der Kinojanuar jedenfalls gerettet: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ist ein Meisterwerk weit über gelungene Unterhaltung hinaus.

Quelle: imdb.com
Bild: WarnerBros

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