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Der Deutsche Comedypreis 2008

In Köln ist am vergangenen Dienstag zum 12. Mal der Deutsche Comedypreis vergeben worden. Diese Auszeichnung wird seit 1997 von einer "Jury aus renommierten Fachleuten" vergeben, moderiert wurde das TV-Ereignis dieses Mal vom westfälischen Komiker Dieter Nuhr. In insgesamt 12 Kategorien werden die herausragendsten Leistungen im Bereich TV-, Kino- und Live-Comedy geehrt. Statt steifer Laudation und ernstem Applaus wird hier aber immer so richtig rumgeblödelt.

Nachdem in den letzten drei Jahren in Folge Harpe Kerkeling zum "Besten Komiker" gewählt wurde, konnt sich dieses Mal Michael Mittermeier nach nun mehr 20 Jahren erfolgreicher Bühnenarbeit über diese Auszeichnung freuen. Das weibliche Gegenstück in dieser Königskategorie stellt Mirja Boes dar, die sich mit ihren witzigen Zweideutigkeiten gegen Anke Engelke und Cindy aus Marzahn durchsetzte.

Als "Beste Sketchcomedy" wurde ProSiebens bissige Show "Switch" ausgezeichnet, außerdem wurde Michael Kessler aus dem "Switch"-Ensemble "Bester Schauspieler". Seine überzeichneten Darbietungen als Florian Silbereisen, Adolf Hitler, Edmund Stoiber oder Peter Kloeppel sind längst TV-Kult und wurden zurecht geehrt. Als "Erfolgreichste Deutsche Filmkomödie" wurde Til Schweigers "Keinohrhasen" ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Nora Tschirner wurde "Beste Schauspielerin". Keine große Überraschung war die Auszeichnung Mario Barths als "Erfolgreichster Live-Act". Schließlich hatte der Berliner im Juli einen absoluten Weltrekord aufgestellt, als er im Olympiastadion vor 70.000 Menschen auftrat. Dafür nannte Dieter Nuhr den Comedian auch nur die "brutalstmögliche Kreuzung aus Bruce Willis und Wolfgang Petry."

Ansonsten wurde sicher viel gelacht in Köln, allerdings sehen viele Kritiker den Deutschen Comedypreis schon längst nicht mehr als jährlichen TV-Höhepunkt der deutschen Comedy. Einige gelungene Momente hielt der Abend aber dennoch bereit, z.B. bei der Laudation von TV-Moderator Stefan Raab. Der dachte sich, er wird in letzter Zeit so schön vom "Switch"-Darsteller Max Giermann parodiert, dass er gleich diesen statt seiner selbst ans Redner-Pult schickte. Eine gelungene Aktion, auch weil Raab sonst eher selten die Fähigkeit zur Selbstironie zeigt.

Köstlich: "Switch"-Comedian Max Giermann als Stefan Raab beim Deutschen Comedypreis 2008

Im Fernsehen haben sich wesentlich weniger Leute die Preisverleihung angeschaut, als in den letzten Jahren. Die Comedy-Elite hat trotzdem versucht Gas zu geben mit Gags und humorvollen Reden. Das Gerücht des Abends drehte sich übrigens um eine mögliche Schwangerschaft von Anke Engelke, davon wird man sicher noch etwas hören in nächster Zeit. Ansonsten, hier die Nominierten und Gewinner des Deutschen Comedypreises 2008 in allen Kategorien:

Kategorie Nominierte/Gewinner
Beste Comedyshow Achtung Hartwich (RTL), Krömer - Die Internationale Show (ARD), Elton vs. Simon - Die Show (ProSieben)
Bestes Comedyevent 20 Jahre Mittermeier (ProSieben), Happy Otto (RTL), Fröhliche Weihnachten (Sat.1)
Beste Comedyserie Maddin in Love (Sat.1), Herzog (RTL), Doctor´s Diary (RTL)
Beste Sketchcomedy Switch Reloaded (ProSieben), Wunderbar (RTL), Two Funny (Sat.1)
Beste Schauspielerin Judith Richter, Susan Sideropoulos, Nora Tschirner
Bester Schauspieler Christian Ulmen, Michael Kessler, Dirk Bach
Beste Komikerin Anke Engelke, Mirja Boes, Cindy aus Marzahn
Bester Komiker Oliver Pocher, Michael Mittermeier, Mario Barth
Erfolgreichste Deutsche Filmkomödie Keinohrhasen
Erfolgreichster Live-Act Mario Barth
Beste/r Newcomer/in Olaf Schubert
Ehrenpreis Hugo Egon Balder

Quelle: Welt Online, Bild.de
Bild: Koeln-Comedy.de

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