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Der Auftakt der 59. Berlinale

Die 59. Berlinale hat begonnen und konnte zumindest einen zufriedenstellenden Start hinlegen. Mit Tom Tykwers Wirtschaftsthriller "The International", so waren sich die meisten Anwesenden einig, war ein starker Auftakt gelungen. Ansonsten hat es die Berlinale wieder schwer mit der Filmauswahl und auch die internationalen Stars sind nur spärlich gesäht bis jetzt.

Einen "Knaller" nannte Regisseur Wim Wenders den Eröffnungsfilm, Schauspieler Joachim Król sagte zur "FOCUS Online": "Das ist ein würdiger Auftaktfilm, ein großartiger Thriller." Schade also, dass der Film nicht im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin läuft, ist er doch außerdem einer der wenigen, der Weltstars wie Clive Owen und Naomi Watts zum Festival in die Hauptstadt lockt.

Festivalchef Dieter Kosslick hatte mit dem üblichen Problem der Filmauswahl zu kämpfen. Als Beitrag auf der Berlinale müssen Filme als Welt- oder zumindest Europapremiere laufen. Auf der anderen Seite müssen potentielle Oscar-Anwärter für die Awards diesen Monat in den USA bis zum 31. Dezember 2008 angelaufen sein und um kein Opfer der Internetpiraterie zu werden starten die großen Filme dann auch meistens kurze Zeit später in den anderen Ländern. Das Ergebnis dieser ungünstigen Timings: Auf der 59. Berlinale gibt es kein "Glaubensfrage" oder "Frost/Nixon" und auch keinen "Der seltsame Fall des Benjamin Button". Ebenso wenig sieht man Will Smith, Brad Pitt, Tom Cruise oder Meryl Streep, sie alle sind auf dem Globus unterwegs und promoten ihre aktuellen Filme oder stellen sich dem Hollywood-Blitzlichtgewitter so kurz vor den Oscars.

Das heißt natürlich nicht, dass es auf der 59. Berlinale nichts zu sehen gäbe. Im Gegenteil, es sind sowohl die Stars des deutschen Films auf dem Roten Teppich vertreten, als auch eine Auswahl von 400 Filmen aus aller Welt zu bewundern. Unter anderem lächeln und strahlen da Heike Makatsch, Franka Potente und Nina Hoss, gleichzeitig schütteln sich Stars wie Jürgen Vogel und Ulrich Tukur die Hände. Außerdem wäre da auch noch Hollywood-Star Tilda Swinton, die den Vorsitz der Jury übernommen hat, dazu kommt noch ein Oscar-Kandidat, der sich den Deutschlandstart doch für die Berlinale aufgehoben hat. Das NS-Drama "Der Vorleser" brachte Kate Winslet nicht nur einen Golden Globe und ihre sechste Oscar -Nominierung ein, es brachte die schöne Britin auch noch an die Spree.

Im Wettbewerb um den Goldenen Bären stehen 18 Filme aus 11 Ländern, Großbritannien zählt dabei die meisten mit vier Nominierungen. Für Deutschland durften zwei Filme an den Start gehen, Hans-Christian Schmids "Sturm" und Maren Ades "Alle Anderen" stehen aber nicht gerade ganz oben bei den Buchmachern. Die restlichen Beiträge kommen aus den USA, Frankreich, Schweden, Dänemark, Peru, Uruguay, Iran, Polen und aus China. Die nächsten Tage werden also zeigen, ob trotz der schwierigen Umstände auch die 59. Berlinale ein unvergessliches Filmfest wird.

Bild: Berlinale.de

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