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"Day Night Day Night" und "Trennung" - Kino ab dem 25. September

Am 25. September kommen mit "Day Night Day Night" und "Trennung" zwei sonderbare Filme in die Kinos. Hier geht es indirekt um Krieg und Terrorismus, doch im eigentlichen Zentrum beider Filme stehen beobachtende Frauen.

In "Day Night Day Night" geht es um eine unauffällige junge Frau (Luisa Williams), die nach New York kommt. Schnell wird klar, dass die 19-Jährige von einer Terrororganisation als Selbstmordattentäterin eingesetzt wird. Mit einem Rucksack voller Sprengstoff soll sie möglichst viele Menschen auf dem New Yorker Time Square in den Tod reißen. In einem kleinen Motel-Zimmer bereitet sie sich zwei Tage und zwei Nächte darauf vor, zwischenzeitlich durch die Anweisungen ihrer maskierten Auftraggeber.

Trailer zu "Day Night Day Night"

Tatsächlich ist das alles, was man über die Protagonistin erfährt und das trägt beeindruckend zur atmosphärischen und emotionalen Dichte des Films bei. "Day Night Day Night" lässt keine Rückschlüsse darüber zu, welche Motive die junge Frau hat oder wer den Auftrag gegeben hat. Vielmehr geht es um die psychologische Betrachtung einer einzelnen Figur, die im Begriff ist, sich und hunderte andere in den Tod zu reißen. Der Independent-Film kann fast als experimentell angesehen werden und markiert seine besten Momente durch den gekonnten Einsatz einer wackeligen Handkamera. Dieser Minimalismus macht es locker wett, dass der Hauptfigur bewusst keine psychologische Tiefe gegeben wurde.

In "Trennung" des israelischen Regisseurs Amos Gitai gibt es schon eher eine Geschichte, der man als Zuschauer folgen kann. Die in Frankreich lebende Ana (Juliette Binoche) und ihr israelischer Stiefbruder Uli (Liron Levo) treffen zur Beerdigung ihres Vaters zusammen, um feststellen zu müssen, dass dieser sein Hab und Gut an Anas Tochter vererbt hat. Ana gab diese jedoch vor 20 Jahren zur Adoption frei, also macht sie sich mit Uli auf nach Israel, um sie zu finden. Dort geraten sie mitten in die militärischen Räumungen des Gazastreifens im Jahr 2005.

Trailer zu "Trennung"

Der Film "Trennung" ist die gelungene Mischung aus einem privaten Schicksal und einer politischen Betrachtung. Amos Gitai schaut auf ein Werk von über 40 Filmen zurück, denen es niemals an einer politischen Aussage fehlte. Hier hält er sich noch beinahe zurück und überlässt den Effekt der Verbindung der Tatsachen mit dem überragenden Spiel der französischen Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche. Sie steht im Zentrum dieser Kinogeschichte um Trennung und Schuld. Dennoch geraten die abertausenden Schicksale und Tragödien von Familien, denen ihr gesamter Besitz abgenommen wird, niemals aus dem Blickfeld.

Damit starten am 25. September zwei Filme, die im Unterton politisch sind, aber den Fokus auf etwas anderes legen. Die psychologische Betrachtung einer Selbstmordattentäterin und die Geschichte einer Trennung von Mutter und Tochter sind die stark gespielten Themen dieser Dramen. Ab Donnerstag sind "Day Night Day Night" und "Trennung" im Kino zu sehen.

Quelle: Kino.de
Bild: PeripherFilm, PandoraFilm

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