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Das Wacken Open Air - lohnt es sich noch?

Drei Tage Metal-Musik im Matsch erleben - auch in diesem Jahr zieht es 75.000 Hardrockfans zum Wacken-Festival, das vom 1.8. - 3.8.2013 stattfindet. Aber lohnt es sich noch das einstige Metal-Phänomen W:O:A?

Open Air Konzerte sind generell nicht jedermanns Sache: Bei Sonne verbrennt man sich den Kopf, bei Regen platscht man in Matsch und Modder. Dazwischen schwimmen dann die Dixi-Klos und verströmen einen unerträglichen Geruch, manchmal laufen sie über. Duschen gibt es meist nicht und das Musikereignis findet irgendwo, ganz weit in der Pampa statt.

Beim Wacken, dem größten Metalfestival weltweit, gehts aber um Metal. Um Heavy Metal. Und hartgesottene Jungs mögen es schmutzig. Die Metalfans trotzen den schlechten Bedingungen - schließlich warten tolle Acts, ganz viele gebündelt in wenigen Tagen. Und man trifft Gleichgesinnte - man trägt lange Zottelhaare, Tattoos, Leder und schwere Stiefel. Die Bühnen des W:O:A tragen Namen wie "True Metal Stage", "Beer Garden Stage", "Party Stage", "Black Stage" oder "Headbangers Stage". Außerdem gibts Kostümierungen und fröhliches Wickinger-Getummel. Vor ein paar Jahren gab es dazu noch Wrestling und Wet-T-Shirt-Wettbewerbe.

Was stutzig macht: So toll sind die Acts gar nicht. Oder nicht mehr. Jede zweite Band, die je beim Wacken gespielt hat, kehrte nicht zurück - so etwa die Suicidal Tendencies, Judas Priest, Ozzy Osbourne, UK Subs oder auch Marky Ramone. Alljährlich kommen hingegen Iron Maiden und Motörhead. Wohlgemerkt jedes Jahr! Die restlichen Bands, 900 haben seit der Gründung 1990 beim Wacken gespielt, sind ziemliche Nobodys: Eine russische Polka-Metal-Kapelle tritt dieses Jahr zum Beispiel auf , die bayerischen Blechblos'n sind wieder dabei und es gibt Schlager und Seemannspop. Ungefähr die Hälfte der Bands kommen aus Hanau, Gelsenkirchen, Osnabrück, Castrop-Rauxel und weiteren kleinen deutschen Nestern - ihr Bekanntheitsgrad ist gering.

Kommerz-Skeptiker werden dies als ein gutes Zeichen werten und die Festival-Veranstalter schmücken sich mit der Bezeichnung Nachwuchsförderung. Wem es nicht gefällt, soll doch woanders hingehen sagen die Festival-Besucher. Das allgemeine Votum auf Myspace oder Facebook ist jedoch: Auf die meisten Acts beim Wacken könnte man getrost verzichten.

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