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Das Kinojahr 2008 - Ein Rückblick

Das Kinojahr 2008 ist so gut wie vorbei und neben dem cinematischen Einheitsbrei gab es auch in den vergangenen 12 Monaten Kassenschlager, Filmperlen und große Überraschungen. Einige der Blockbuster waren lang erwartet und enttäuschten, andere konnten die Erwartungen mehr als erfüllen. Neben dem zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten gab es den ganz großen Independenterfolg, das Comeback schlechthin und ganz ohne Zweifel war es mal wieder ein Knallerjahr für Hollywood-Stars wie Will Smith und Angelina Jolie.

Im Januar gab es nämlich gleich einen Start-Ziel-Sieg für die One-Man-Show 'I Am Legend'. Völlig auf sich gestellt bestritt Will Smith als der letzte Mensch der Erde den Alltag und musste feststellen, dass er doch nicht alleine war. Das ebenso epische wie spannende Werk sahen allein in Deutschland fast zweieinhalb Millionen Zuschauer, weltweit spielte er 584 Millionen Dollar ein. Kurz zuvor war Smith noch für 'Das Streben nach Glück' Oscar-nominiert und wenige Monate später kam mit 'Hancock' schon der nächste Kassenschlager in die Kinos. Nicht weniger als 624 Millionen spielte die schräge Superhelden-Tragödie ein, in Deutschland landete er auf Platz 3 der Jahrescharts. Kaum ist der Erfolg verblasst ist schon die Rede von einer Fortsetzung und mit dem Drama 'Sieben Leben' startet bald der nächste Streifen des sympathischen Stars. Wenn man dem amerikanischen Publikum glaubt, erneut ein Volltreffer...

Das weibliche Gegenstück dürfte für dieses Jahr wohl Angelina Jolie sein. Nicht nur, dass die vielleicht begehrteste Frau der Welt ihre Zwillinge von Traummann Brad Pitt bekommen hat, auch an den Kinokassen schlug sie zu. Als verführerische Amazone mit einem Hang für Knarren und schnelle Fahrzeuge schlug sie mit der explosiven Comic-Adaption 'Wanted' im Juni voll ein. Sie konnte aber auch anders und so hörte man ihre Stimme im selben Monat in der Dreamworks Animationskomödie 'Kung Fu Panda'. Zusammen spielten die beiden Filme knapp eine Milliarde Dollar ein, privat und beruflich war es also auch das Jahr der Angelina Jolie.

Auch sonst war von Wirtschaftskrise und Regression nicht allzu viel zu spüren an den Kinokassen. In Deutschland schauten sich fast viereinhalb Millionen Kinobesucher den neuen Bond 'Ein Quantum Trost' an. Der erfolgreichste Bond aller Zeiten entstand sogar mit deutlich deutscher Unterstützung: Regisseur Marc Forster kommt aus dem Baden-Württembergischen Ulm. Aber auch der alte Bond konnte vollends überzeugen: Der Brite Pierce Brosnan spielte mit der Musicalverfilmung 'Mama Mia!' sage und schreibe 572 Millionen Dollar ein bei einem Budget von nur 52 Millionen. Die schönste Comeback-Story schrieb übrigens Robert Downey Jr. mit dem Sommerhit 'Iron Man'. Der eigentlich eher unbekannte Superheld überzeugte Publikum und Kritiker gleichermaßen. Dem von Alkohol und Drogen gebeutelten Robert Downey Jr. gelang ein nicht allzu häufiges Kunsstück: Er wurde über die Maßen für seine Darstellung gelobt, obwohl er 'nur' der Titelheld eines Actionfilms war. Als weitere Comebacks der erfolgreichen Art können sicher die Blockbuster 'Sex and the City - Der Film' und 'Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels' gesehen werden. Top-Einspielergebnisse ließen zumindest die Produzenten vergessen, dass viele Fans der TV-Serie bzw. des Kinoabenteurers eher enttäuscht waren.

Für viele Kinofans ist es aber neben all den Blockbustern immer ein besonders befriedigendes Gefühl, wenn sich Independent-Produktionen oder deutsche Filme in den Charts durchsetzen können. Neben Überraschungshits wie dem Black-Jack-Biopic '21' und bewährter Kost wie dem fünften Teil der scheinbar noch immer nicht ausgelutschten 'Saw'-Reihe konnte aber vor allem ein Film aus eher wenig besonders viel machen: Die Tragikomödie 'Juno' stürmte weltweit die Kinocharts, spielte bei einem Mini-Budget von 7,5 Millionen Dollar satte 231 Millionen ein und nahm mal eben den Oscar für das beste Drehbuch mit. Aber auch mit dem deutschen Film scheint es bergauf zu gehen. Neben 'Krabat' konnten auch Doris Dörris 'Kirschblüten - Hanami' sowie die Teenie-Flicks 'Freche Mädchen' und 'Sommer' die eine Millionen Zuschauer knacken. Erfolgreichster deutscher Film in diesem Jahr war allerdings Dennis Gansels 'Die Welle' mit über zweieinhalb Millionen Besuchern. Til Schweigers 'Keinohrhasen' durchbrach im April zwar die Schallmauer von sechs Millionen Kinogängern, war aber schon 2007 gestartet.

Als Notiz zum Kinojahr 2008 darf aber natürlich einer nicht fehlen: Mit 'The Dark Knight' feierte Batman eine Rückkehr auf die Leinwand, die furioser nicht hätte sein können. Die unvergessene Performance des verstorbenen Heath Leadger, die großartige restliche Besetzung und die atemberaubende Regie des britischen Genies Christopher Nolan ('Memento', 'Batman Begins', 'Prestige') machten 'The Dark Knight' zum erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten. In der ewigen Liste reichte es mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 997 Millionen Dollar nur für den zweiten Platz hinter 'Titanic' (1997). Dazu überschlugen sich die Kritiker, auch Deutschland wurde vom Batman-Fieber überzogen. Nun fragt sich die Welt ob es einen dritten Teil von Mastermind Nolan mit der aktuellen Besetzung geben wird.

Um über all die guten Filme des sich nun dem Ende zuneigenden Jahres zu sprechen, bräuchte man das ganze kommende Jahr Zeit. Auch schon ein flüchtiger Rückblick auf das Kinojahr 2008 zeigt aber, dass es erinnerungswürdig war und man nur auf ein ebenso unterhaltsames 2009 hoffen kann.

Quelle: boxofficemojo.com, wulfmansworld.com

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