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Das Finale: Michael Hirte ist "Das Supertalent 2008"

Der Mann mit der Mundharmonika, Michael Hirte, ist "Das Supertalent 2008". Im spannenden Live-Finale am Samstag setzte sich der 44-jährige Potsdamer gegen die neun anderen Finalisten durch und ist jetzt nicht nur ein Star, sondern auch um die Siegprämie von 100.000 Euro reicher. Die kamen dem Hartz-IV-Empfänger sicher nicht ungelegen, er hat ein hartes Schicksal hinter sich.

Er war einst ein LKW-Fahrer, konnte für sich und seine Familie sorgen. Im Jahr 1991 hatte er einen schweren Unfall, lag zwei Monate im Koma. Seitdem ist er auf einem Auge blind, sein rechtes Bein war vierfach gebrochen, Michael Hirte humpelt heute noch. Er konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben und seine Frau verließ ihn. Als er ohnehin nichts mehr zu verlieren hatte, setzte er sich mit seiner Mundharmonika in die Fußgängerzone und spielte für ein paar Euro. Vor etwa einem Monat dann stand er das erste Mal schüchtern vor der Jury von "Das Supertalent 2008" und sagte: "Ich wollte was mit der Mundharmonika vorspielen." Als er anfing zu spielen wichen die skeptischen Blick der Jury und das Publikum war zu Tränen gerührt, auch wegen seiner bewegenden Geschichte wurde Michael Hirte über Nacht zum Publikumsliebling. Der Brandenburger wird bereits als der deutsche Paul Potts gefeiert.

Im Finale trug Hirte dann als letzter der zehn Kandidaten seine Nummer vor. Das auf der Mundharmonika gespielte "Ave Maria" ging wie alle Stücke bisher unter die Haut. Die Geschichte des Brandenburgers gab ihm einfach einen kleinen Bonus, denn die grandiosen Talente von Jongleur Kelvin Kalvus (40), Derwischtänzer Shinouda Ayad (31) und Sängerin Vanessa Krasniqi (14) waren ebenso preiswürdig, nur eben nicht so bewegend. Um 00:24 Uhr war es dann soweit, die Telefonleitungen waren nicht mehr offen und die Entscheidung der Zuschauer wurde bekannt gegeben. Juror Dieter Bohlen hatte sich mehrfach in der Sendung für Hirte als seinen Favoriten ausgesprochen. "Kein Mensch hat es so verdient zu gewinnen wie du", hatte er gesagt, und zuvor schon: "Wenn Michael es nicht wird, fresse ich die Jacke auf." Am Ende kam es dann auch so. Michael Hirtes Performance wurde nicht nur als einzige des Abends mit Standing Ovations belohnt, sondern auch mit dem Sieg. Dafür spielte er anschließend auch noch Dieter Bohlens weinhachtlichen Songwunsch "Stille Nacht".

Hirtes "Ave Maria" rührte das Publikum und brachte ihm den Sieg

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Schließlich spielte er auf seiner Mundharmonika auch noch "Stille Nacht" für Dieter Bohlen

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Für Hirte soll das Leben so normal wie möglich weitergehen. Er möchte mit dem Geld erst mal ein paar kleinere Schuldbeträge abbezahlen. "Ich werde sparen, das Geld gut anlegen. Warum soll ich Kaviar essen, wenn mir Bockwurst besser schmeckt. Außerdem schätze ich, dass es kein Hartz IV mehr gibt. Andere würden eine Reise machen. Ich kann mir das nicht leisten." Dennoch kann er hoffen, dass es nicht bei einem einmaligen Erfolgserlebnis bleibt, ein Plattenvertrag ist ihm schon vor dem Finale angeboten worden, CD-Aufnahmen werden wohl bald folgen. Im Moment kümmert ihn das alles herzlich wenig, für ihn sei jetzt erst mal ein "Riesentraum" in Erfüllung gegangen und alles wäre "überwältigend, unfassbar".

Auch für den Sender RTL war das Finale von "Das Supertalent 2008" überwältigend. Im Durchschnitt schalteten 6,1 Millionen Zuschauer ein, der Spitzenwert lag sogar bei 7,6 Millionen, was in der Zielgruppe einem erstklassigen Marktanteil von 30,4 Prozent entsprach. Damit war es das für dieses Jahr mit den Supertalenten. Mal sehen, wann Bohlen un Co. die nächsten casten, RTL hat sich noch nicht geäußert.

Quelle: Welt Online, Netzeitung.de, FOCUS Online
Bild: YouTube

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