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Das Ende der 59. Berlinale

Die 59. Berlinale ist mit einer feierlichen Preisverleihung zu Ende gegangen, gestern Abend sind die Roten Teppiche endgültig wieder eingerollt worden. Es war vor allem für Frauen ein erfolgreiches Festival, die Auswahl war durch politische Dimensionen geprägt, außerdem präsentierte sich der deutsche Film auf den Internationalen Filmfestspielen in Hochform.

Nachdem im diesjährigen Wettbewerb kein Film so richtig herauszuragen schien, ging der Goldene Bär im spannenden Showdown an das peruanische Drama "La teta asustada". Regisseurin Claudia Llosa verarbeitet die Vergangenheit ihres Landes in der Geschichte einer depressiven Frau, die durch eine von zahlreichen Vergewaltigungen im Peruanisch-Ecuadorianischen Grenzkrieg entstanden ist. Ein großer Triumph für den deutschen Film: Das Beziehungsdrama "Alle Anderen" von Maren Ade bekam gleich zwei Silberne Bären. Es gab sowohl den Großen Preis der Jury als auch den Preis für Birgit Minichmayr als Beste Darstellerin.

Bester Darsteller wurde der afrikanische Schauspieler Sotigui Kouyate. Der 72-Jährige war in den 60er-Jahren Fußballnationalspieler für das heutige Burkina Faso. Der Silberne Bär für seine Hauptrolle in "London River" ist der bisher größte Erfolg seiner Schauspielkarriere. Der in Israel geborene Regisseur Oren Moverman bekam für sein Drehbuch zu "The Messanger" ebenfalls eine Auszeichnung. In dem Drama übergeben Woody Harrelson und Ben Foster als US-Soldaten die Nachrichten von im Irak gefallenen Kameraden an deren Angehörige. Moverman umschifft dabei erfolgreich ausgetretene Pfade und kitschige Klischees, der Silberne Bär für ihn und seinen Co-Schreiber Alessandro Camon war daher absolut berechtigt.

Ein wenig schade ist sicherlich, dass Hans Christian Schmids "Sturm" trotz starkem Drehbuch, engagierter Regie und einer überragenden Hauptdarstellerin leer ausging. Alles in allem gehen mit der Berlinale 2009 aber dennoch erfolgreiche Filmfestspiele zu Ende. Mit rund 270.000 verkauften Tickets wurde ein neuer Publikumsrekord aufgestellt, dazu kamen fast 20.000 akkreditierte Presseleute. Außerdem brachten Stars wie Tilda Swinton, Kate Winslet und Leonardo DiCaprio etwas Glanz in die schmutzige Hauptstadt. Festivaldirektor Dieter Kosslick resümierte zufrieden. "Die Berlinale beweist, dass es ein filmbegeistertes Publikum gibt, das das Kino liebt."

Die Gewinner der Berlinale in den Hauptkategorien
  • Goldener Bär für den Besten Film: "La teta asustada" ("The Milk Of Sorrow") von Claudia Llosa
  • Silberner Bär - Großer Preis der Jury: "Alle Anderen" (Everyone else) von Maren Ade und "Gigante" von Adrián Biniez
  • Silberner Bär - Beste Regie: Asghar Farhadi für "Darbareye Elly" ("Alles über Elly")
  • Silberner Bär - Beste Darstellerin: Birgit Minichmayr in "Alle Anderen" ("Everyone else") von Maren Ade
  • Silberner Bär - Bester Darsteller: Sotigui Kouyate in "London River" von "Rachid Bouchareb"
  • Silberner Bär - Herausragende künstlerische Leistung: Gábor Erdély und Tamás Székely für das Sound-Design in "Katalin Varga" von Peter Strickland
  • Silberner Bär - Bestes Drehbuch: Oren Moverman und Alessandro Camon für "The Messenger" von Oren Moverman
  • Alfred-Bauer-Preis: "Gigante" von Adrián Biniez und "Tatarak" ("Der Kalmus") von Andrzej Wajda
Bild: Berlinale.de

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