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Christian-Wulff-Affäre auf SAT 1

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Seit einigen Wochen muss sich der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff vor Gericht verantworten, ihm wird Bestechlichkeit und Vorteilsnahme vorgeworfen und kurz vor dem Urteil zeigte SAT 1 nun den TV-Film "Der Rücktritt", der den Absturz des ehemaligen Spitzenpolitikers nachzeichnete. Die Kritiken sind gut, allerdings wurden einige Szenen auch überspitzt dargestellt.

Der Film basiert auf dem Buch "Affäre Wulff" von den BILD-Reportern Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch. Das Boulevardblatt hat die Skandale um den ehemaligen Bundespräsidenten früh begleitet und immer wieder genüsslich ausgeschlachtet. Und es gab eine Menge zu berichten, kein Fettnäpchen hat Wulff ausgelassen. Thomas Schadt führte Regie, er drehte schon eine Doku über Altkanzler Helmut Kohl. Produzent Nico Hoffmann ist ein alter Bekannter für SAT 1-Biopics.

Am Drehbuch arbeitete der "Spiegel"-Journalist Jan Fleischhauer mit. Und deswegen sollte man eigentlich vernünftige Recherchearbeit erwarten. Allerdings sind einige Szenen aus dem Film dann doch zugespitzt und einiges wurde dazu erfunden. Es geht da vor allem um Christian Wulffs Amtsreise nach Rom. Der Film suggeriert, als wären die im Flugzeug anwesenden Journalisten mit unangenehmsten Fragen über den Politiker hergefallen.

Allerdings erklärte "Stern"-Reporter Hans-Martin Tillack bei "Markus Lanz", dass er der einzige an Bord war, der Wulff nach dessen Rücktritt fragte. Die anderen Journalisten verhielten sich eher ruhig und zahm. Leider nannte Hauptdarsteller Kai Wiesinger ausgerechnet diese Szene als Beispiel für die saubere Recherchearbeit - ebenfalls bei "Markus Lanz". Das tut dem positiven Eindruck über den Film aber keinen Abbruch. Vor allem Kai Wiesinger als Christian Wulff und Anja Kling als Ehefrau Bettina Wulff bringen den Fall des Ehepaares allein durch Mienenspiel grandios rüber.

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