Excite

Cannes: Die goldene Palme geht an das französische Sozial-Drama "Entre les Murs"

Diesen Film hatten in Cannes nicht gerade viele auf der Rechnung stehen. Das erste Mal seit 21 Jahren ist die goldene Palme für ein französisches Werk verliehen worden. Das Sozialdrama "Entre les murs" von Laurent Cantet konnte sich mit der höchsten Auszeichung des Wettbewerbs geehrt fühlen. Im Film geht es um den Alltag in einer multikulturellen Schule in Paris, um einen Lehrer und um Migrantenkinder. Bunt und zugleich rührend setzt sich der Film mutig mit der Gegenwart auseinander, was auch ein Grund für die Jury-Entscheidung war, so der Vorsitzende Sean Penn.

Auch wenn Clint Eastwood mit seinem Film "The Exchange" keine Palme holen konnte, so wurde er dafür mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Ebenso erging es der französischen Filmikone Catherine Deneuve. Auch große Regisseure wie Steven Soderbergh ("Che"), Fernando Meirelles ("Blindness") oder der deutsche Wim Wenders mit seinem "Palermo Shooting" gingen leer aus. Dafür hat der bereits hoch gelobte Film "Wolke 9" von Andreas Dresen in der Nebenreihe "Un certain regard" den Jurypreis "Coup de Coeur" (Herzschlag). Dresen konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, ließ aber alle wissen: "Wir sind überglücklich und befinden uns auf 'Wolke 9'!"

Der große Preis der Jury ging an das Mafia-Drama "Gomorra" von Matteo Garrone und auch der andere italienische Beitrag, die Politiker-Biografie "Il Divo" von Paolo Sorrentino wurde ausgezeichnet. Die Dardenne-Brüder aus Belgien, die bereits zweimal die goldene Palme holen konnten, erhielten die Auszeichnung für das beste Drehbuch. Der als einer der Favoriten gehandelte Türke Nuri Bilge Ceylan durfte sich für die Arbeit an seinem "The Three Monkeys" mit dem Regiepreis auszeichnen lassen. Benico Del Toro konnte sich für seine Darstellung des "Che" Guevaras als bester Schauspieler feiern lassen. Das dürfte für ihn eine besondere Freude gewesen sein, nachdem er zugegeben hatte, Angst und Respekt vor der Darstellung der Kultfigur gehabt zu haben.

Viel ist dann auch nicht mehr passiert am Ende des bedeutendsten Filmfestivals der Welt. Nach den letzten zwei Wochen, werden nun wieder weniger Kaviar und Champagner an der blauen Küste der französischen Riviera konsumiert. Spannend wird es sein zu sehen, wie sich die in Cannes vorgestellten Filme nachher in den Kinos machen und ob die Auszeichnungen Einfluss darauf haben.

Quelle: Spiegel Online

Bild: Dinis Correia (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017