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Cannes 2013 - Frauen lieben, Männer leiden

Die Eröffnung des 66. Filmfestivals in Cannes war glamourös. Trotz des schlechten Wetters erstrahlten zahlreiche Stars auf dem roten Teppich. Besonderes Interesse erregte Leonardo DiCaprio. Er eilte mit einem Regenschirm über den Teppich, nahm sich aber Zeit Autogramme zu geben.

Die Gäste in Cannes 2013 wurden empfangen von der sehr eleganten französischen Schauspielerin Audrey Tautou, die durch die Eröffnungsgala führte. Schillernd war auch der Eröffnungsfilm "Der große Gatsby" und konnte mit seiner Leichtigkeit passender kaum sein. Auf die Vorführung des Films folgte das Gala-Dinner der französischen Drei-Sterne-Köchin Anne-Sophie Pic für 650 geladene Gäste. In den folgenden Tagen hatte ein Doppelgänger des koreanischen Rappers Psy für Furore gesorgt, der sich unter die Festivalgäste gemischt hatte.

Die Filmauswahl bis Mittwoch hatte eines gemeinsam: Männer - gequälte Männer, leidende Männer und Männer mit Problemen. So ist im Coen-Film "Inside Llewyn Davis" Oscar Isaac ein orientierungsloser Folk-Hobo, Toni Servillo spielt einen partysüchtigen und dekadenten Lebemann in Paolo Sorrentinos "La Grande Belleza". Tim Blake Nelson karrt in James Francos Faulkner-Adaption "As I Lay Dying" zusammen mit seinen drei Söhnen die tote Mutter durchs Land und in "Behind The Candelabra", Steven Soderberghs Liberace-Biopic, geben Michael Douglas und Matt Damon ein schwules Ehepaar.

Die wenigen weiblichen Hauptrollen im Wettbewerb um die goldene Palme sind: Eine verzweifelte Bérénice Bejo in Asghar Farhadis "Le Passé" und das Model Marine Vacth im Lolita-Update "Jeune et jolie" von François Ozons . Valeria Bruni-Tedeschi, die eine einzige Regisseurin 2013, enttäuschte mit ihrem Familiendrama "Un château en Italie" auf ganzer Line.

Mittwochabend zersetzten sich aber alle Zweifel daran, wer den Darstellerinnen-Preis gewinnen könnte: Sollte es gerecht zugehen, müsste dieser sowohl an Léa Seydoux, als auch an Adèle Exarchopoulos gehen. In Abdellatif Kechiches Liebesfilm "La vie d'Adèle, Chapitres 1 & 2" sind sie ein schicksalhaft ineinander verliebtes Paar. Der tunesische Regisseur, übrigens zweifacher César-Gewinner, lässt die französchen Schauspielerinnen in seiner auf dem Comic "Blue Is The Warmest Colour" basierenden Liebesgeschichte in ausgedehnten und sehr intensiven Liebsszenen an ihre Grenzen gehen.

Das Festival nähert sich nun seinem Ende: Am Sonntag wird die Abschlussfeier abermals von Audrey Tautou moderiert und wir sind gespannt, wer die diesjährigen Gewinner sind.

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