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Cannes 2011: 'Tree Of Life' ist bester Film

Es war schon abzusehen, dass Terence Malicks Zweieinhalbstundenopus 'The Tree of Life' am Ende der Filmfestspiele Cannes 2011 zu den Gewinnern gehören wird, doch, dass der öffentlichkeitsscheue US-Regisseur am Ende sogar den Hauptpreis abräumen wird, gehörte bei der Preisverleihung gestern zu den großen Überraschungen. Kritiker sehen in seinem mit Brad Pitt besetzten Evolutions-Film keinen großen Wurf, aber traditionell ziehen die Cannes-Gewinner ja auch nur selten die Massen ins Kino.

Als Beste Schauspielerin wurde Hollywood-Starlet Kirsten Dunst für ihre Rolle in dem Sciencefiction-Film 'Melancholie' von Lars von Trier ausgezeichnet, der ja wegen seinen Hitler-Äußerungen vom Festival ausgeschlossen wurde. So konnte die Jury um Robert de Niro den dänischen Provokateur doch noch indirekt mit einer Ehrung für sein filmisches Schaffen bedenken. Aki Kaurismäki, der bis zur Preisverleihung eigentlich als Favorit galt, ging mit 'Le Havre' leider leer aus. Damit hat der Finne wieder einmal das Kunststück vollbracht, mit einem eigentlich pessimistischen Film die Zuschauer letztendlich aufzumuntern. Als bester Regisseur wurde der Däne Nicolas Winding Refn für den Hollywood-Film 'Drive' mit Ryan Gosling und Carey Mulligan geehrt.

Der Franzose Jean Dujardin konnte mit einer Rolle in dem Stummfilm 'The Artist' ganz ohne ein einziges Wort zu sagen sogar den Preis als Bester Schauspieler gewinnen und auch der einzige deutsche Film 'Halt auf freier Strecke' von Andreas Dresens gewann in der Nebenreihe 'Un Certain Refard'. Insgesamt war das 64. Filmfest von Cannes ein sehr guter Jahrgang mit starken Filmen, großen Schauspielern und einem jetzt schon legendären Hitler-Skandal. Besonders der dreidimensionale Porno '3D Sex and Zen' und 'In Film Nist' ('Dies ist kein Film') des verfolgten iranischen Regisseurs Jafar Panahi gehören zu den heimlichen Cannes 2011 Gewinnern.

Alle Cannes 2011 Gewinner:
  • Goldene Palme: 'The Tree of Life' von Terrence Malick (USA)
  • Großer Preis der Jury: 'Once Upon a Time in Anatolia' von Nuri Bilge Ceylan (Türkei); 'The Kid With a Bike' von Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien)
  • Preis der Jury: 'Polisse' von Maïwenn (Frankreich)
  • Beste Schauspielerin: Kirsten Dunst (USA) für 'Melancholia'
  • Bester Schauspieler: Jean Dujardin (Frankreich) für 'The Artist'
  • Beste Regie: Nicolas Winding Refn für 'Drive' (Dänemark)
  • Bestes Drehbuch: Joseph Cedar für 'Footnote' (Israel)
Quelle: badische-zeitung.de
Bild: festival-cannes.com

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