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"Californication" - Der neue Serienhit auf RTL2

Dem Privatsender RTL2 ist mit seiner neuen Serie "Californication" ein echter Glücksgriff gelungen. In den USA bereits mit Lobhymnen, Golden Globes und Emmy-Nominierungen ausgezeichnet, lechzten Fans schon nach einer Ausstrahlung hierzulande. Gestern war es dann soweit, RTL2 schickte den ehemaligen "Akte X"-Star David Duchovny als abgehalfterten Schriftsteller um 22:15 ins Rennen mit Sex, Drogen und jeder Menge Witz.

Denn darum geht es in "Californication" auf den ersten Blick. Der Autor Hank Moody (David Duchovny) ist nach dem Erfolg seines Romans "God Hates US All" von New York nach Los Angeles gezogen, seitdem läuft nichts mehr rund bei ihm. Seine Freundin Karen (Natasha McElhone) hat ihn verlassen und die gemeinsame 13-jährige Tochter entdeckt Jungs und Drogen. Dazu kommt, dass sein zynischer Roman zu einer massentauglichen Schnulzen- Romanze verfilmt worden ist und er in der sündigen Stadt an der Westküste nicht mehr schreiben kann. Mit Alkohohl, Drogen und Sex-Abenteuern hält er sich bei Laune, wodurch seine Probleme nicht weniger werden.

So richtig übel wirds für Hank, nachdem er mit der hübschen Mia im Bett gelandet ist. Die schlägt ihm nicht nur mitten beim Sex aus Spaß ein blaues Auge, sondern stellt sich auch noch als die 16-jährige Tochter von Bill heraus, dem neuen Verlobten von Hanks Ex. Der charmante Nichtsnutz versucht fortan wieder zu schreiben, seiner Tochter ein guter Vater zu sein und Karen wieder zurückzugewinnen. Das alles meistert Hank Moody ohne jemals den höflichen Ton zu treffen und ein Abenteuer oder einen Rausch auszulassen.

Der RTL2-Trailer zum Deutschlandstart von "Californication"

Der Showtime-Hit "Californication" ist ganz große Unterhaltung in dem Genre, das seit ein paar Jahren gerne als "Dramedy" bezeichnet wird. Bissiger Humor, Wortwitz zum Schieflachen, aber auf der anderen Seite die rührende Geschichte eines Mannes, der tragischerweise Drogen und Sex als Ersatzbefriedigung für die Familie nimmt, die er nicht haben kann. Selten funktioniert eine Gradwanderung so ausgesprochen gut und das liegt vor allem auch daran, dass Hauptdarsteller David Duchovny dem Schrifsteller Hank Moody unglaublich viel Leben einhaucht. Man muss ihn einfach mögen, so oft er sich auch daneben benimmt. In seinen besten Momenten zeigt Duchovny neben seinem offensichtlichen Komödien-Talent nämlich einen verletzlichen Mann, der eigentlich die besten nur denkbaren Ideale hat: Familie, Freundschaft und Treue.

Erfreulich ist, dass "Californication" nicht, wie so viele gewagte Serien, das Opfer von Zensur und Synchronisation geworden ist. Tatsächlich zeigt RTL2 die meisten nackten Brüste, Drogen und gibt die Dialoge auch unterhalb der Gütellinie wieder. Im US- Original klingt Hank Moody zwar noch um einiges besser, aber der Wortwitz und die Pop-Kultur-Anspielungen kommen auch im Deutschen an. Alles in allem ist Hanks Figur - Sex, Alkohol und Schreibmaschinen - stark an das Leben und die Figuren des Schriftstellers Charles Bukowski angelehnt. Wer gedacht hat, das könnte man nicht amüsant auf den TV-Bildschirm bringen, der sollte Montags um 22:15 Uhr die neue RTL2-Serie "Californication" einschalten.

Bild: Showtime

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