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Bob Dylan: In China brav wie ein Lamm

Er gilt als einer der Protestsänger schlechthin, für sein erstes Konzert in China hat Bob Dylan sich nun einer strengen Zensur unterworfen. Dafür erntet er international heftige Kritik.

Bei seinem Auftritt vergangenen Mittwoch in Peking verzichtete Bob Dylan darauf, einige seiner bekanntesten Songs zu spielen. Die äußerst kritischen Werke 'The Times They Are A-Changin' und 'Blowin' In The Wind' ließ er beispielsweise einfach aus. Auch bei seinen darauffolgenden Konzerten in Shanghai und in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam schonte der Songwriter die Autoritäten, indem er die Songs nicht spielte.

Vor den Konzerten habe Dylan eine Liste mit Songs die er spielen wolle einreichen müssen und versichern müssen, sich auch daran zu halten. Ob Dylan auf dieser Liste zunächst auch seine kritischsten Songs angegeben hatte und diese auf Wunsch der staatlichen Autoritäten wieder entfernt hat oder ob er von vornherein sich selbst der Zensur unterworfen hat, ist unklar. In jedem Fall hätte Dylan auf der Bühne spontan die Liste ändern können und auch seine kritischen Songs spielen können. Als prominenter Ausländer hätte er dabei vermutlich nicht allzu viel riskiert.

Brad Adams, Geschäftsführer von Human Rights Watch in Asien sagt, dass Dylan damit eine historische Gelegenheit verspielt hat. Er hätte seinem Publikum die Botschaft von Freiheit und Hoffnung überbringen können. Auch amerikanische Journalisten gehen mit Dylan hart ins Gericht und werfen ihm moralischen Ausverkauf vor.

Wir setzen hier dafür mal Dylans 'Blowin' In The Wind'

Dabei ist Bob Dylan nicht der einzige Künstler, der sich bei Auftritten in autoritären Staaten der Zensur unterwirft, auch die Rolling Stones nahmen vor fünf Jahren in China einige Songs aus ihrem Programm.

Quelle: zeit.de, sueddeutsche.de
Bild: ky_olsen/flickr.com

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