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Berlusconi der Manipulation von Staatssender RAI beschuldigt

Und wieder einmal hat es Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit der Justiz zu tun: Nun wird ihm von der Staatsanwaltschaft von Trani vorgeworfen, Manipulation des staatlichen Fernsehsenders RAI betrieben zu haben. Wie Sueddeutsche.de berichtete, habe Berlusconi über seine zahlreichen Kumpel in Medienkonzernen und beim Sender selbst direkt versucht, eine regierungskritische Nachrichtensendung abzusetzen.

Schon lange hatte sich der streitbare Ministerpräsident öffentlich über die Sendung 'Annozero' beklagt, darin war Silvio Berlusconi in der Vergangenheit nicht besonders gut weg gekommen. Verantwortlich für die Sendung ist der Schriftsteller Marco Travaglio, dieser hatte noch im vergangenen Jahr für seine Sendung den Preis des Deutschen Journalisten-Verbandes für Pressefreiheit erhalten.

Genau dies dürfte Berlusconi alles andere als gefallen haben – aber nur durch Zufall stießen ein paar Journalisten auf die möglicherweise stattgefundenen Manipulationsversuche von Berlusconi auf den staatlichen Fernsehsender RAI, auf dem 'Annozero' ausgestrahlt wird. Im Zuge einer Ermittlung von Kreditkartenbetrügereien sollen die Journalisten auf geheime Gespräche zwischen Berlusconi, dem Chefredakteur von RAI – Augusto Minzolini und dem Leiter der Kommunikationsbehörde AGCOM – Giancarlo Innocenzi – gestoßen sein.

Die zufälligerweise abgehörten Gespräche zwischen den drei Spezies waren dann Grund genug für die Staatsanwaltschaft von Trani, ein Verfahren gegen Berlusconi wegen Amtsmissbrauch und Einflussnahme einzuleiten. Berlusconis Anwalt sprach indes reflexartig von einer Schmutzkampagne der Linken. Warten wir ab, ob das Verfahren wegen TV-Manipulation gegen Italiens Ministerpräsident nicht auch wieder im Sand verläuft...

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