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Ausstellung zum Judentum: "Die ganze Wahrheit"

Das Jüdische Museum Berlin zeigt und erklärt in seiner neuen Ausstellung "Die ganze Wahrheit" alles, was man schon immer über das Judentum wissen wollte, aber sich nicht zu fragen wagte.

Cilly Kugelmann, die Programmdirektorin des Jüdischen Museums, und ihre drei Kuratorinnen antworten auf ausgewählte Fragen, die Hunderttausende von Besuchern des Museums hinterlassen haben. In sieben Räumen beantworten sie 32 Fragen der Besucher - leichtfüßig und mit Sinn für Humor.

Der Fragenkatolog reicht von "Sind Juden auserwählt?" und "Gibt es noch Juden in Deutschland?" über "Was machen Juden an Weihnachten?" bis hin zur Frage, ob ein Jude sich ein Tattoo machen lassen darf. Keines der Themen wird trocken oder bierernst behandelt, im Gegenteil: Die Ausstellung spielt mit der Verkrampfung nichtjüdischer Deutscher und ein fröhliches Augenzwinkern schwingt in den Antworten mit.

Zahlreiche jüdische Gelehrte kommen zu Wort, ihre Zitate sind an die Wände gedruckt und erläutern, wie die Schritte des Übertritts funktionieren. Durch Ben Gurion wird aber alles aufgehoben: "Für mich gilt jeder als Jude, der meschugge genug ist, sich selbst einen zu nennen."

Schon nach kurzer Zeit enthüllt sich dem Besucher die Vielfalt jüdischen Lebens. Die Ausstellungsarchitektur hilft dabei: Marcus Kaiser und Tobias Katz haben knallrote Doppeltrichter unterschiedlicher Höhen und Perspektiven in die Räume gestellt. Von den Decken hängen riesige Porträts, die den Eindruck des Vagen unterstreichen. In einem Viedeo-Raum beantworten sieben Rabbiner unterschiedlicher Richtungen die gleichen Fragen ganz unterschiedlich - sie beziehen sich alle auf dieselben Texte von Bibel und Talmud. Etwas fragwürdig ist ein Glaskasten im letzten Saal: Zur Schau gestellt sitzt hier ein "echter Jude", den man anschauen und befragen darf.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 1. September 2013.

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