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Ausstellung mit Mafia-Bildern der Fotografin Letizia Battaglia

Eine Ausstellung mit Mafia-Bildern huldigt in Berlin der Fotografin Letizia Battaglia. Die italienische Journalistin hat zwischen 1970 und 1994 insgesamt 600.000 Schwarzweißaufnahmen von Mordopfern und Mafia-Gewalt gemacht. Auf einer alten Vespa raste sie zu den Tatorten, wenn sie über den Polizeifunk von Schießereinen und Verbrechen hörte. Sie gab der Mafia-Kriminalität dadurch lange Zeit ein ungeschöntes Gesicht und war stets Kämpferin für Gerechtigkeit in ihrer Geburtsstadt Palermo.

Diesen Kampf verlor die Fotografin zunächst einmal, als 1992 der Richter und "Mafia-Jäger" Paolo Borsellino durch eine Autobombe getötet wurde. In den 70ern und 80ern trugen sich an jedem einzelnen Tag bis zu fünf solcher Anschläge und Morde zu. Auch nachdem sie die Kamera niedegelegt hatte, zeigte Letizia Battaglia, dass sie sich nicht mit den Zuständen in Palermo abfinden wollte. Sie setzt sie sich bis heute in der Umwelt- und Kommunalpolitik der Stadt ein.

Abgesehen davon, dass Letizia Battaglia durch ihre Fotografien stets mutig auf die Greueltaten der Mafia aufmerksam machte, wurde sie mit zahlreichen Preisen für ihre respektvollen Bilder ausgezeichnet. Niemals sahen die Mafia-Fotos sensationslüstern oder geschmacklos aus. Sie prägten das öffentliche Bewusstsein ebenso, wie sie Kunst waren und sind. Im letzten Jahr erhielt Letizia Battaglia den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, den wohl wichtigsten deutschen Fotopreis. Das Paradoxe ist, während sie weltweit Auszeichnungen erhält, wird ihre Arbeit in Sizilien totgeschwiegen. Nicht zu Unrecht fühlt sie sich als Verliererin im Kampf gegen die Mafia. Zu ihrem Preis sagte sie: "Es ist Trost, Bestätigung, eine Liebkosung, wie ich sie in Italien nicht erfahre."

Im Berliner Willy-Brandt-Haus werden nun 78 ihrer Bilder gezeigt. Bis zum 22. Juni dauert die Ausstellung noch an. Die heute 73-jährige blickt auf einen 30 Jahre andauernden Kampf gegen das organisierte Verbrechen zurück, sogar Beweisfotos in einem Mafia-Prozess konnte sie bereits beisteuern. Dennoch meint sie wenig erreicht zu haben, dass die Bevölkerung sich der schonungslosen Brutalität und Unterdrückung angepasst hat. Das zeigen auch die Bilder der Fotografin, die in der Ausstellung "Letizia Battaglia: Im Kampf gegen die Mafia" in Berlin zu sehen sind.

Einige Bilder der Mafia-Fotografin Letizia Battaglia

Quelle: Stern.de, ZEIT Online
Bild: metis-nl.com

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