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"Auge in Auge" durch die deutsche Filmgeschichte

Mit "Auge in Auge" bekommt die deutsche Filmgeschichte nun ihre eigene Hommage. Seit gestern kann man das Werk von FAZ-Kritiker Michael Althen und Filmwissenschaftler Hans Helmut Prinzler im Kino sehen. In der Dokumentation nennen bedeutende deutsche Filmschaffende ihre persönlichen Lieblinge aus über hundert Jahren deutscher Filmgeschichte. Mit Szenen aus den jeweiligen Klassikern und eigenwilligen Begründungen der Interviewten gespickt, ist "Auge in Auge - eine deutsche Filmgeschichte" ein ungewöhnlicher, aber auch ungemein leidenschaftlicher Kinofilm.

Zehn der erfolgreichsten und respektiertesten Personen rund um den deutschen Film waren gefragt. Im Einzelnen schwärmen neben den Regisseuren Tom Tykwer, Wim Wenders, Dominik Graf, Andreas Dresen und Christian Petzold auch Drehbuchautor Wolfgang Kohlhase, Kamera-Ikone Michael Ballhaus und der Schauspieler Hanns Zischler. Dazu kommen die "First Ladies" der deutschen Film- und Drehbuchkunst, Caroline Link und Dorris Dörrie. Dabei bekommen bekannte Klassiker wie Fritz Langs "Nosferatu" (1922) und "M" (1931) ebenso Verehrung wie weitgehend unbekannte Perlen, so z.B. Helmut Käutners "Unter den Brücken" von 1944.

Aber nicht nur die Zusammenschnitte aus den eineinhalbstündigen Gesprächen mit den Filmemachern machen "Auge in Auge" sehenswert. Althen und Prinzler arbeiten die Filmsprache der gesamten deutschen Filmgeschichte auf und montieren auf amüsante Weise Bilder von rund 400 Filmen zwischen 1918 und 2006 aneinander. Wie hat sich z.B. das Telefongespräch im Film von damals bis heute entwickelt? Wie das Rauchen und das Küssen? In originellen Bildern und mit klugen Schnitten gibt "Auge in Auge" den Hauch einer Idee von der Geschichte des deutschen Films.

Teilweise gab es schon Probleme mit Lizenzen, erzählt Hans Helmut Prinzler in seinem Artikel für Welt Online. Einige Rechteinhaber forderten unfassbar hohe Summen. So forderte ein Agent aus Österreich 3000 Euro für jede im Film gezeigte Sekunde von "Sissi". In solchen Fällen bemühte man sich um andere Lösungen und was dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. Viel schwieriger war es ohnehin, dem Thema gerecht zu werden. Prinzlers Lösung lautet: "Mit Zuspitzungen, Mut zur Lücke, Lust an Assoziationen." Guter Plan, "Auge in Auge" sind nämlich unterhaltsame 106 Minuten deutscher Filmgeschichte.

Trailer zum Kinofilm "Auge in Auge - eine deutsche Filmgeschichte

Bild: AugeInAuge.de

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