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Andreas Dresens Film "Wolke 9" bringt in Cannes die Frauen zum Weinen

Wie wir im Vorfeld bereits berichteten, ist auch der deutsche Film bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes vertreten. Der Fokus liegt dabei sicherlich auf Wim Wenders "The Palermo Shooting". Das liegt zum einen daran, dass Wenders einer der international bekanntesten und erfolgreichsten Regisseure ist, zum anderen ist sein Film der einzige deutsche Wettbewerbsbeitrag. In der Nebenreihe "Un certain regard" feierte nun allerdings der Film "Wolke 9" des deutschen Filmemachers Andreas Dresen Weltpremiere, und wusste zu begeistern.

In "Wolke 9" geht es um die Rentnerin Inge, die nach 30 Jahren Beziehung eine neue Liebe findet und so ein neues Leben beginnt. Karl ist Mitte Siebzig und die beiden verlieben sich Hals über Kopf. Der Film zeigt das Tolle einer neuen Liebe, den Sex unter Betagteren und auch die Probleme, ohne die sonst alles viel zu einfach wäre. Die etablierten ostdeutschen Schauspieler Ursula Werner, Horst Westphal und Horst Rehberg (als Inges Ex) machen das rührend gut, tragen die Geschichte um Liebe, Verliebtsein und Schmerz entscheidend mit.

Auch der Regisseur Andreas Dresen ist kein Neuling. Der 44-Jährige feiert bereits seit gut 15 Jahren Erfolge, war für sein Drama "Halbe Treppe" 2002 für den Goldenen Bären auf der Berlinale nominiert und holte immerhin den Silbernen. In Cannes ist er zum ersten Mal dabei mit seinem ungewöhnlichen Film. Nach eigenen Worten wollte er mit "Wolke 9" "in Würde gealterte Körper" zeigen und endlich mal mit den passenden Bildern klar machen, dass Liebe mit dem Alter nicht unbedingt aufhört.

Das realitätsnahe Beziehungsdrama wurde am Samstag jedenfalls heftig umjubelt und Journalisten mutmaßen, dass man den Film auch getrost im Wettbewerbsprogramm hätte platzieren können. Dafür kommt er ja im Spätsommer in die Kinos für das breite Publikum. Dresen selbst beschreibt in einer Kolumne für "Welt Online" seine Verwunderung und Freude zugleich über die Tatsache, dass ihn eine ältere, französische Dame nach der Vorführung zu Tränen gerührt umarmte. "Das sind Momente, die man sich gern in Bernstein gießen und ins Regal stellen möchte."

Quelle: FR-Online
Bild: Timothy McIntyre (Flickr)

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