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Ab Donnerstag im Kino: "Room 237"

Rodney Aschers faszinierender Dokumentarfilm "Room 237" geht Kubricks Meisterwerk "The Shining" auf den Grund und präsentiert eine ganze Reihe von Verschwörungstheorien rund um den Horror-Klassiker.

Der Inhalt:

Der im Jahr 1980 von Stanley Kubrick veröffentlichte Film "The Shining" ist einer der Horror-Klassiker schlechthin. Er hat das Kinopublikum von Beginn an polarisiert und viele Fans vermuteten hinter "The Shining" sogar mehr als nur einen gewöhnlichen Film: Er beinhalte verschlüsselte Nachrichten über den Genozid, Verschwörungen der Regierung und weitere historische Themen. Rodney Aschers Dokumentarfilm „Room 237" geht Kubricks Meisterwerk auf den Grund und ein paar der Mysterien, die in "The Shining" angeblich verborgen sind, werden näher beleuchtet. Leidenschaftlichen Shining-Fans und diverse Intellektuelle kommen in Interviews zu Wort und erzählen davon, wie der Film ihr Leben verändert hat und welche Botschaften sie angeblich aus ihm herauslesen.

"Room 237" ist lose in neun Kapitel unterteilt, die stilistische und inhaltliche Auffälligkeiten sowie diverse Theorien über die Bedeutung des Films behandeln. So gibt es zahllose Anschlussfehler und Variationen im Aufbau von Orinalkulisse und Modell. Kubrick hat die Häufung visueller Irritationen mit Sicherheit bewusst eingesetzt und sorgte damit für die so besondere, verstörende Stimmung in "The Shining".

Kein anderer Regisseur der Filmgeschichte war so perfektionistisch wie Kubrick - allein der Umstand, dass er in 47 Jahren lediglich 13 Spielfilme gedreht hat, teilweise mit erheblichen Pausen zwischen seinen Werken, trugen zum Mythos "Kubrickscher Perfektion" bei. Und zu dem Mythos, dass der pedantisch an seinen Filmen feilende Regisseur unterschwellig tiefere Botschaften in dem Film versteckt habe.

Sechs ziemlich unterschiedliche Gesprächspartner hat Rodney Ascher für "Room 237" interviewt: Der Historiker wie Geoffrey Cocks untersuchte Kubricks Werk auf Bezüge zu Deutschland, insbesondere den Holocaust. Er erkennt klare Hinweise auf die "Endlösung", weil zahlreiche Adler im Film auftauchen, die Zahl 42 mehrfach wiederkehrt (1942 wurde der Beschluss zum Genozid gegeben) und die Schreibmaschine deutscher Herkunft ist. 
"The Shining" soll aber auch auf die indianische Kultur und Geschichte sowie die Vernichtung der amerikanischen Ureinwohner verweisen. Ein Interviewpartner meint, dass Kubrick schlicht gelangweilt war - vom Kino, von der konventionellen Art der Erzählung, von schönen, aber inhaltsleeren Bildern. Mit "The Shining" habe er das Kino in eine neue Dimensionen führen wollen. Ein weiterer "Shining"-Fanatiker hat den Film gleichzeitig vor- und rückwärts ablaufen lassen, um markante Doppelungen zu filtern. Die wohl bizarrste Theorie ist, dass Kubrick die Aufnahmen der Mondlandung gefilmt hat - der entscheidende Beweis liege dabei in Dannys Pullover, welcher die Apollo 11 Rakete zeigt.


Was tatsächlich Kubricks Intention gewesen sein mag - neben all diesen skurrilen, abstrusen aber auch fesselnden und erhellenden Thesen wird das Anliegen des Autors zur Nebensache. Was bleibt, ist die zeitlose Qualität des Films, den man nach der Dokumentation gleich noch einmal anschauen möchte.

Rodneys Aschers Dokumentation "Room 237" trägt verschiedenartige Verschwörungstheorien zu Stanley Kubricks "The Shining" zusammen. Die Nebeneinanderstellung von einleuchtenden, neutralen und bizarren Thesen belegt in ihrer collagenhaften Montage auf unterhaltsame Weise, wie vielfältig die Reaktionen und Gedankengänge auf den Horror-Klassiker waren.

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