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Kinostart Film: "A Long Way Down" nach dem Buch von Kultautor Nick Hornby

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Der Film "A Long Way Down" ist eine Komödie nach der Romanvorlage von Kultautor Nick Hornby - die Verfilmung ist gelungen und beweist: Selbstmord kann Spaß machen. Kinostart in Deutschland ist der 3. April 2014.

Die Handlung:

Die Karriere und die Ehe von Morgenshow-Moderator Martin Shaw (Pierce Brosnan) sind am Ende. Seine Affäre mit einem 15-jährigen Mädchen, welches er selbst für 25 hielt, ist von der Boulevard-Presse ausgeschlachtet worden und er sieht keinen anderen Ausweg, als sich umzubringen. Er beschließt, sich an Silvester vom Topper‘s Tower in London zu stürzen. Martin ist aber nicht der einzige, der in der Silvesternacht auf diese Idee kommt. Plötzlich tauchen auf dem Dach auch die Politiker-Tochter Jess (Imogen Poots), Maureen (Toni College), eine allein erziehende Mutter, sowie der Pizzabote JJ (Aaron Paul) auf. Sie erzählen sich ihre Lebensgeschichten und das Aufeinandertreffen der vier führt dazu, dass am Ende niemand den eigentlichen Plan in die Wirklichkeit umsetzt. Im Gegenteil: Nach einigen Diskussionen schließen die verhinderten Selbstmörder einen Pakt. Keiner darf sich vor dem Valentinstag, der sechs Wochen später ist, das Leben nehmen. So bleibt ihnen ausreichend Zeit, um noch einmal genau darüber nachzudenken, ob sie ihrem Leben nicht doch eine zweite Chance geben wollen. Die Story der Beinahe-Selbstmörder sickert dann aber an die Presse durch und die vier avancieren zu Medienstars. Jess erzählt dann im Fernsehen auch noch etwas von einem Engel, der ihr in der Gestalt von Matt Damon begegnet sei…

VIDEO: "A Long Way Down" Film Trailer Deutsch

Nick Hornby versteht sich bestens darauf, schwierige Alltagsthemen in unterhaltsame, trocken-humorige Romane zu verwandeln. In seinem Buch "A Long Way Down" hat der britische Kultautor das Thema Selbstmord gewählt und dieses mit feiner Beobachtungsgabe, bissigem und herrlich schwarzen Humor zu einem gut gelaunten Unterhaltungsroman geformt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Leinwandadaption des Bestsellers von Regisseur Pascal Chaumeil ("Der Auftragslover") ist gelungen. Chaumeil hat den Fokus ziemlich deutlich in Richtung Gute-Laune-Kino geschoben und liefert mit dem hervorragend aufgestellten Darsteller-Quartett eine charmante Komödie ab, die mit einer Reihe satirisch-makabrer Reizpunkte durchsetzt ist.



Und obwohl der Film "A Long Way Down" quasi zu einem "Wohlfühlfilm" mutiert ist, wird dennoch das ziemlich ernste Thema nicht komplett weichgewaschen. Keiner der vier grundverschiedenen Charaktere übt sich in "Political Correctness". Und obwohl sie sich allen einem ähnlichen, sehr schwierigen Punkt in ihrem Leben treffen, sagen sie doch ehrlich und offen ihre Meinung. Nick Hornbys Roman "A Long Way Down" begeisterte wegen der gelungenen Gratwanderung zwischen Sarkasmus und leicht-beschwingtem Charme, der Film tut dies ebenso treffend.


Auch die Erzählstruktur in der Romanvorlage ist eher ungewöhnlich. Das Buch "A Long Way Down" ist in Tagebuchform verfasst, und die Autorschaft wechselt alle paar Seiten zwischen den vier verschieden Charakteren. Im Drehbuch konnte das so nicht eins-zu-eins übernommen werden, aber der Film ist in vier Abschnitte unterteilt und der Plot wird vom jeweiligen Schauspieler aus dem Off mitkommentiert. Auf diese Art lernt der Zuschauer alle Protagonisten gut kennen und rückt nahe an deren Sorgen und Nöte heran.

VIDEO: "A Long Way Down" Film Trailer Deutsch

Die Leistung der Schauspieler ist dabei nicht zu verachten. Der Ex-Bond Darsteller Pierce Brosnan, der Breaking Bad-Drogenkoch Aaron Paul sowie der "The Sixth Sense"-Darsteller Toni Collette liefern eine wirklich solide Leistung ab. Die drei werden jedoch von Imogen Poots als unberechenbare Jess locker an die Wand gespielt. Die britische Nachwuchsschauspielerin weckt weit mehr als nur einen Beschützerinstinkt im Zuschauer und es dürfte ziemlich sicher sein, dass Poots in den kommenden Jahren eine Karriere in Hollywood bevorsteht - und zwar nicht mehr nur in Nebenrollen wie die in "Fright Night" oder in "Für immer Single?".



Der Film "A Long Way Down" beweist: Ein ernstes Thema wie Selbstmord kann leichtfüßig, aber ohne platt zu werden, einen hervorragenden und unterhaltsamen Filmstoff liefern - und der (verhinderte) Freitod kann Spaß machen.

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