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"96 Hours" und "Milk" - Kino im Februar

Mit "96 Hours" und "Milk" könnten die Kinostarts der Woche kaum hochkarätiger sein. Auf der einen Seite haben wir packende Underdog-Action mit einem ehemaligen Top-Agenten, auf der anderen Seite ein ergreifendes Drama nach dem Leben eines couragierten Politikers. In beiden Fällen heißt es mal wieder nach begeistertem US-Publikum: Endlich startet der Film nun auch hier!

Bryan Mills (Liam Neeson) aus "96 Hours" ist ein ehemaliger Topagent der CIA. An seinem gefährlichen und zeitintensiven Beruf zerbrach bereits seine Ehe zu Lenore (Famke Janssen), um die Beziehung zu seiner Tochter Kim (Maggie Grace) zu retten, zieht er in ihre Nähe nach Los Angeles und nimmt nur noch Aufträge im Personenschutz an. Als die 17-Jährige ihren Vater anfleht, mit ihrer Freundin in den Urlaub nach Frankreich fahren zu dürfen, stimmt er nur widerwillig zu. Eine fatale Entscheidung, denn in Paris werden Kim und ihre Freundin von albanischen Menschenhändlern entführt und der wütende wie von Angst zerfressene Vater nutzt all sein Können, um die Spur der Verbrecher aufnehmen zu können.

Trailer zu "96 Hours"

Der Action-Thriller "96 Hours" schlägt ein wie eine Granate, und dass, ohne auf Effekthascherei wie teure Explosionen zu setzen. Stattdessen mischt sich hier der psychologische Druck der väterlichen Angst mit der Wut gegen einen Feind, der nur langsam ein Gesicht bekommt. Der französische Star-Produzent Luc Besson hat es mit seinem "Transporter"-Autoren Robert Mark Kamen mal wieder geschafft, eine internationale Thriller-Perle aus dem Ärmel zu schütteln. Regisseur Pierre Morel macht aus einem Budget von geschätzten 30 Millionen Euro eine schnörkellose Hochgeschwindigkeitsjagd, die sich in den USA bereits zwei mal hintereinander in die obersten Plätze der Wochenendcharts katapultieren konnte. Zum knallharten und obercoolen Liam Neeson muss man außerdem sagen, dass er sogar als Daddy-Agent Bryan Mills die kinderlosen Hüpfer James Bond und Jason Bourne locker alt aussehen lässt.

Die wahre Geschichte des Films "Milk" ist weniger brutal, aber dafür umso bewegender. Anfang der 70er-Jahre zieht es den homosexuellen Harvey Milk (Sean Penn) nach San Francisco, wo er mit seinem Lebensgefährten Scott (James Franco) einen Laden aufmacht. Harvey beginnt, sich leidenschaftlich für die Rechte der schwulen und lesbischen Bürger einzusetzen und wird damit zu einer der entscheidenden und berühmten Figuren auf dem Weg zu Antidiskriminierungsgesetzen und veränderter Haltung in den USA. Als Vorreiter wird er von vielen umjubelt und verehrt, im Amerika der 70er-Jahre zieht er aber auch sehr viel Hass und Feindseligkeit auf sich, wie etwa die des Stadtrates Dan White (Josh Brolin).

Trailer zu "Milk"

Die Geschichte um den ersten homosexuellen Stadrat in den USA könnte kaum egreifender erzählt werden als in Gus Van Sants "Milk". Der Oscar-nominierte Regisseur ("Good Will Hunting", 1997) wirft nicht nur mit wenig Geld einen authentischen Blick auf die brisante Historie homosexueller Gleichberechtigung, er scheut auch nicht davor zurück, mit psychologischer Tiefe die guten und schlechten Seiten der beliebten Figur Harvey Milk zu beleuchten. Sean Penn hebt sich mit seiner Darstellung des legendären Politikers besonders heraus und greift mit der Performance nach seinem zweiten Oscar. Er ist aber nicht der einzige: Bei allen Lobeshymnen auf "Benjamin Button", "Frost/Nixon" und "Glaubensfrage", redet kaum einer davon, dass "Milk" stolze acht Oscar-Nominierungen aufweist. Gus van Sants "kleiner" und zutiefst berührender Film kann auf Aufzeichnungen in den wichtigsten Kategorien hoffen.

Zum Berlinale-Start und so kurz vor den Oscars sind im deutschen Kino immer einige Hochkaräter zu sehen. Ob man nun mehr Action mag oder auf das Dramatische steht, "96 Hours" und "Milk" sind auf jeden Fall zu empfehlen.

Bild: 96Hours.de, Milk.Film.de

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