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66. Filmfestspiele: Halbzeit in Venedig

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ist heute Halbzeit und wie so oft bei den großen A-Festivals kann man kaum etwas über mögliche Favoriten auf den Goldenen Löwen sagen. Die Veranstaltung an sich ist eine Baustelle, Animationslegende Andrew Stanton ist für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden und der diesjährige Überraschungsfilm auf dem Lido kommt von Werner Herzog, der damit doppelt im Wettbewerb vertreten ist.

Mit Michael Moores "Capitalism: A Love Story" konkurriert zum ersten Mal ein Dokumentarfilm im Wettbewerb der Filmfestspiele in Venedig. Die Kritiker vor Ort sind sich allerdings einig, dass der Beitrag keine Chancen auf einen Löwen hat. Moore sei zwar unterhaltsam wie meistens, zeige aber zu wenig Feingefühl und Hintergrundwissen für die Themen Wirtschaft und Kapitalismus. Der unfertig wirkende Film scheint zur Festival-Atmosphäre zu passen. Bis 2011 wird ein aufwendiger Festival- und Kongresspalast in Venedig gebaut, aufgerissene Böden, Bauarbeiter und Baufahrzeuge gehören daher heute ebenso zum Inventar wie die Zuschauer in Venedig.

Die Festivalleitung hat außerdem den diesjährigen Überraschungsfilm bekanntgegeben. Werner Herzogs "My Son, My Son, What Have Ye Done" ist ein von einem echten Fall inspiriertes Horrordrama um einen Mann, der seine Mutter mit einem Schwert ermordet. Im Gegensatz zu seinem anderen Beitrag "Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans" ist der von David Lynch produzierte Streifen mit den geringsten Mitteln und sehr wenig Zeit realisiert worden. Herzog ist damit der erste Regisseur überhaupt, der in Venedig zwei Filme gleichzeitig im Wettbewerb laufen hatte.

Eine besondere Ehrung gab es außerdem für die Pixar Studios. Der zweifache Oscarpreisträger Andrew Stanton (u.a. "Findet Nemo" und " "Wall-E") wurde gemeinsam mit seinen Kollegen mit dem Goldenen Löwen für das Lebenwerk ausgezeichnet.

Überzeugen konnten bisher auf jeden Fall die französischen Beiträge von Patrice Chéreau ("Persécution") und Claire Denis ("White Material"). Ob "Löwen-Material" dabei ist, bleibt aber ungewiss. Einige Tage und Filme haben die Kritiker, Zuschauer und Jury bei den 66. Filmfestspielen in Venedig ja noch vor sich, wer weiß, was der Wettbewerb bis dahin noch hervorbringt.

Bild: www.labiennale.org

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